Holy Trail

Wenn man einige Jahre mit dem Bike unterwegs war, kristallisiert ich immer mehr die Suche nach dem absolut besten Trail, dem Holy Trail heraus.

So wie der Surfer zeitlebens auf der Suche nach der perfekten Welle, der Rider (Skifahrer) oder Boarder nach dem perferkten Hang mit frischem Powder sucht...so ist der Biker auf der Suche nach dem Holy Trail...

Was empfindet er? Was treibt Ihm ein Lachen ins Gesicht?

Ich werde hier mal versuchen, diesen Spirit rüber zu bringen...spüren und erleben könnt Ihr ihn nur selbst...

Location: Krimmler Tauern 2600 m
Zeit: Sommer 2003
Wetter: Sonne, blauer Himmel, fast Windstill, Fernsicht
Biker: Hemme, Rolf, Carsten

...in der letzten Nacht hat es heftig geregnet. Jetzt aber past perfektes Wetter. Nach einem langen Aufstieg sitzen wir auf der Paßhöhe, einige Wanderer schauen ungläubig auf unsere Bikes und können kaum glauben, das wir die Dinger hier hoch geschleppt haben. Wir blicken in die Tiefe...in dem riesigen Geröllfeld vor und ist mit einiger Fantasie der Weg zu erkennen...wird anspruchsvoll, haben wir gelesen....

... der Ritt beginnt. Steine, Steine und nochmals Steine...bloß nicht ablegen hier...fahren im klassisschen Sinn? Fehlanzeige...mehr ein Trailen von Stein zu Stein...von Herausforderung zur Herausforderung...

Die Bewegungen laufen automatisch ab:

Gewichtsverlagerung...Bremspunkt suchen...Vorderbremse auf, sonst gibt´s nen Überschlag...das Suchen nach der Ideallinie...eine Wasserrinne, dann ne Spitzkehre und noch eine Wasserrinne...Stufen

Die Kurve macht zu...Das Hinterrad kommt hoch Abflug? Reflexartig löst sich der Finger von der Vorderbremse...der Po wandert ganz nach hinten...Adrenalin schießt ins Blut...Glück gehabt...es geht weiter...

So geht es Minute um Minute...Es stellt sich der Flow ein...der Zustand, wo Sekunden zu Stunden werden...eine perfekte Balance von Körper und Geist...die Beherrschung des Bikes...das Erleben der Landschaft.

...shit..die Ideallinie ist zu eng...ein Felsen neben der Strecke? Was soll´s drauf...schauen, könnt gehen und drüber...wow, I got it!

Alle Muskeln des Körpers sind zum Zerreißen gespannt...Endorfine, Glückshormone beherrschen den Körper...

Kurze Pause, Fotostop.. die Hände zittern. Den Moment festhalten...

Dann aber weiter...das Bike will in Bewegung bleiben...800 Höhenmeter sind wir schon runter...noch 100, dann haben wir es geschafft...die Konzentration läßt nach...Sturzgefahr.

Was für ein Ritt...wir haben den Holy Trail gefunden, wieder einmal...perfekte Bedingungen, Fahrkönnen und diese Landschaft...

Nicht zu toppen sage ich...ein objetives Erlebnis...andere haben genau diese Abfahrt als ein langes Schiebestück in Erinnerung...

   

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