Clorophilla…Bikefilm made in Italy

Clorophilla

Sechs bikende Freude aus Italien erfüllen sich einen Traum, einen eigenen Bikefilm. Ohne Stars und ohne Budget ziehen sie los und was dabei heraus gekommen ist, ist bemerkenswert.

Chlorophilla

Schon zu Beginn überzeugt der Film mit einem imposanten Intro. Der Titel des Filmes, Clorophilla, der grüne Blattfarbstoff wird gekonnt in Szene gesetzt. Dazu opulente Musik.

Dann geht es los, die Jungs sind früh aufgestanden, die Sonne geht gerade über dem Horizont auf. Ein Schwenk über die Landschaft, dazu stimmungsvolle Musik setzen die Herbststimmung in den Abruzzen gekonnt in Szene. Ein Ritt mit schweren Bikes über einsame Trails aber auch querfeldein wird gezeigt. Tolle Kamera-Perspektiven, ein perfekter Schnitt und Luftaufnahmen bringen sofort Flow Feeling rüber. Dann Gegenlichtaufnahmen, Sonnenauf- und Untergänge. Das Motto des Filmes Soul, Nature and Bikes wird perfekt umgesetzt.

Im zweiten Chapter fahren die Biker durch einen lichten Kiefernwald. Downhillstrecke, Northshores, dazu einen beeindruckende Kameraführung. Die Musik dieses Teiles ist unglaublich: Klassische Klänge, die Geräusche der Bikes auf dem Holz, das Arbeiten der Federungen und ein Quischten der Scheibenbremse. All das in Verbindung mit einen an Genialität grenzenden Schnitt ergibt eine Komposition von Bild und Ton, die bisher ihres gleichen gesucht hat.

Schnell fragt man sich, wie diese ungewöhnlichen Kameraperspektiven entstanden sind. Die Filmemacher spannen den erstaunten Betrachter nicht lange auf die Folter und zeigen bereits im Film, das Kamerakran, Schienensystem und eine Seilbahn zum Einsatz kommen. Die besondere Genialität bei diesem Film besteht aber darin, das die Macher all das Equipment nicht mit viel Geld eingekauft haben. Sattdessen war Kreativität und Improvisationsvermögen der Schöpfer der Filmausrüstung. Dem Stand ein Besuch im Baumarkt voran und auch einige Skateboardrollen dienen fortan dazu, den Kameramann parallel zum Biker den Berg hinab fahren zu lassen.

Clorophilla

Copyright: Magmatic Studios.

Das die Filmemache, alle 6 zugleich Biker und Designer sich auch fahrtechnisch nicht zu verstecken brauchen beweisen sie spätestens im dritten Teil des Filmes. In einem Buchenwald, der wieder mal vom allem beherrschenden Grün des Clorophills geprägt ist schwenkt die Kamera durchs Unterholz, plätschert ein Bach. Laub schwimmt auf dem Wasser, ein kleiner Wasserfall rückt ins Bild.

Chlorophilla

Copyright: Magmatic Studios.

Dann wird gebaut, eine Schanze wird geschaufelt, Northshores werden errichtet und schon springen die Biker in atemberaubender Höhe über den Bach. Dann geht es durch Anlieger und über weitere Sprünge hinab.

Im letzten Part geht’s ins Eingemachte. Ein riesiger von tiefen Erosionsrinnen durchzogener Erdhang bildet die Spielwiese für die Rider. Fahles Grau prägt die Farbe des Terrains, aber auch rostig braune Hügel befinden sich dazwischen. Zu passenden Rap-Klängen suchen sich die Biker ihre Linie durch die Rinnen, springen von deftigen Absätzen in die Tiefe oder reißen atemberaubende Wallrides.

Viel zu schnell endet die Flut von tollen Fahrszenen, schönen Landschaftsaufnahmen und der wirklich gelungenen musikalischen Untermalung leider schon nach 30 Minuten. Das ausführliche und ebenfalls sehr professionelle Backstage-Special informiert über die Hintergründe des Filmes. Vorgestellt werden die Filmtechniken und einiges Bonusmaterial wie Stürze wird gezeigt. Abschließend wird dieser rundum gelungene Bikefilm noch durch eine Fotoshow ergänzt, welche Bilder von den Dreharbeiten enthält.

Fazit: Clorophilla wird voll und ganz seinem Motto „Filmed in Italy with Pride – Soul, Nature and Bikes“ gerecht. Beeindruckend was die Jungs mit Können, Kreativität und unglaublich viel Liebe auf die Beine gestellt haben. Dieser Film muss sich vor großen mit einem vielfachen Budget ausgestatteten Filmen wie Roam und TheCollective keinesfalls verstecken. Eine Bitte noch an die Macher: Mehr von diesem Stoff, denn so was Gutes hat man lange nicht zu sehen bekommen!

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