Schlammschlacht

Heute waren wir in Tirol unterwegs.

9.00 Uhr kurz hinter der deutschen Grenze. Leichter Nieselregen, aber zwischen den dichten Wolken erste blaue Lücken. heute wird ein guter Tag. Um 9.30 Uhr sitzen wir auf den Bikes. erst einmal geht es 400 Höhenmeter auf Teer nach oben. Es tröpfelt immer noch, aber langsam setzt sich die Sonne durch. Noch einmal 200 Höhenmeter weiter fahren wir auf einem Schotterweg. Alles feucht und matschig, dicke LKW´s haben den Weg zerwühlt. Aha, im Skigebiet wird massiv gebaut, ein neuer Speichersee, Beschneiungsanlagen auf 1800 Metern? Ein letztes Aufbäumen der Tourismusindustrie vor dem Klimakollaps.

Bei uns hat der dichte Nebel die Sonne nochmals verdrängt, wir tragen die Bikes einen Wanderweg nach oben. Irgendwo im grauen Dunst dröhnen Baumaschinen. Dann durchbrechen wir die Nebelschicht und es ist genau so, wie wir es uns vorgestellt haben: Goldender Oktober. Oben Sonne, unten Nebel, dazu Schnee auf den Berggipfeln rund herum. Ein kleiner Beigeschmack bleibt, viel Schlamm auf dem Weg. Gestern lag hier noch Schnee, jetzt ist der lehmige Boden durchweicht und erschwert uns den Aufstieg.

Nebel

Wir erreichen den ersten Pass. Wir beschreiten heute einen Höhenweg. Das bedeutet ein ständiges Auf und Ab mit vielen Tragepassagen. Der durchweichte Boden erschwert das vorankommen. In nordöstlich exponierten Hängen liegt noch Schnee, wir müssen einige steile Schneefelder queren. Schnell sind die Bergstiefel nass und durchweicht. Dann endlich ist die erste Abfahrt erreicht. Ein Mix aus Schneematsch, Schlamm und zum Teil versteckten Felsbrocken erwartet uns. Das fahrtechnische Niveau ist hoch, die nassen und zum Teil vom Schlamm zugesetzten Reifen erschweren die Sache erheblich.

So geht es den ganzen Tag, immer auf und ab. Gegen 15.00 Uhr erreichen wir eine Alm. Einige Wanderer haben uns von der sonnigen Terrasse aus schon in der letzten Abfahrt beobachtet. Wir ernten viel Anerkennung und größten Respekt. Zudem müssen wir viele Fragen beantworten. Nebenher befreien wir die völlig versifften Bikes am Brunnen von den schlimmsten Schlammschichten am Kettenblatt und Schaltwerk.

Nach einer kurzen Kaffeepause brechen wir wieder auf. Der freundliche Hüttenwirt öffnet uns sogar noch eigenhändig das Gatter. Unser Ziel werden wir heute nicht mehr erreichen. um 18.00 Uhr ist Deadline im Talort, damit wir noch eine Chance haben das Auto vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen. Der Höhenweg bietet an verschiedenen Stellen eine Abbruchmöglichkeit. Wir nutzen eine davon und finden noch eine spektakuläre Trailabfahrt durch den Bergwald. Viele Wurzen, steile Stufen und endlose flowige Abschnitte sind ein würdiger Tourabbruch.

Auf einem Schotterweg, auf dem eine beliebte Bikeroute verläuft, gelangen wir nach 600 Höhenmetern Auffahrt wieder zurück zum Ausgangspunkt. Leider können wir die letzte Abfahrt nur auf einem steilen Schotterweg absolvieren, das es inzwischen im Wald schon sehr dunkel ist. Im allerletzten Licht erreichen wir schließlich nach 10 Stunden das Auto. Zum Einladen müssen wir bereits die Stirnlampen auspacken.

Hier gibt es einige spektakuläre Fotos von der Tour.

Warum gibt es zu dieser Tour keine detaillierte Beschreibung oder GPS Daten?
Grund: Vertrider Ehrenkodex

Digitale Kompasskarte Tirol