{"id":20,"date":"2005-09-05T13:18:38","date_gmt":"2005-09-05T11:18:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/?p=20"},"modified":"2010-10-02T09:15:54","modified_gmt":"2010-10-02T08:15:54","slug":"tag-4-wengen-sellajoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/tag-4-wengen-sellajoch\/","title":{"rendered":"Tag 4 Wengen &#8211; Sellajoch"},"content":{"rendered":"<p>Wir sitzen im Gasthof Ciurnadu beim Fr\u00fchst\u00fcck und haben durchs Fenster einen gigantischen Blick auf die Dolomiten westlich des Abteitales. Wir versuchen alle m\u00f6glichst viel vom reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fccksbuffet in uns hineinen zu stopfen, schlie\u00dflich haben wir auch heute wieder gro\u00dfes vor. Wir werden heute versuchen alle Panoramah\u00f6henwege der Dolomiten an einem Tag zu fahren&#8230;uns erwarten 4 P\u00e4sse und unz\u00e4hlige Kilometer auf schmalen Singletrails.<br \/>\nNoch bevor die Sonne unsre Talseite erreicht hat geht es \u00fcber die Armentarawiesen in Richtung Heilig-Kreuz Hospiz. F\u00fchrt der Weg zun\u00e4chst noch gem\u00fctlich \u00fcber Schotterwege hinauf  geht es beim Abzweig zum Wanderweg 15 heftigst zur Sache. Die Steigung des Weges ist absolut absurd, so dass wir bald alle schieben m\u00fcssen. Die Felsmassive der Sella und er Geisslergruppe strahlen im Morgenlicht w\u00e4hren wir uns schwitzend und keuchend nach oben k\u00e4mpfen. Kurz vor dem Hospiz wird der Weg wieder flacher und wir k\u00f6nnen einiges fahren.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/15\/AlpX05_4036.jpg\" alt=\"auf den Armentarawiesen\" \/><br \/>\nAb hier beginnt unsere Panoramarunde. Wir werden dem Lauf der Sonne, die uns den ganzen Tag die gegen\u00fcber liegenden Berge ins rechte Licht stellen wird, folgen und in einem gro\u00dfen Bogen \u00fcber St. Kassian, Pralongia, den Bindelweg zum Sellajoch fahren. Doch zun\u00e4chst erwartet uns die kilometerlange Singletrailabfahrt nach St. Kassian. Dieser Traumtrail f\u00fchrt uns durch lichte W\u00e4nder und malerisch gelegene Almwiesen nicht enden wollend langsam und flowig ins Tal. Nur einige zu \u00fcberwindene Viehgatter bremsen ab und zu unsren Abfahrtsrausch. Fu\u00dfg\u00e4nger sind zu dieser Tageszeit zum Gl\u00fcck noch fast gar nicht auf dem Trail anzutreffen.<br \/>\nIn St. Kassian kaufen wir in einem Alimantari Brot, K\u00e4se und Wurst ein, die wir bei unsrer Mittagsrast oben an der Pralongia H\u00fctte verspeisen werden. Den Schotterweg dort hinauf bringen wir rasch hinter uns. Erst kurz vor der H\u00fctte erwartet uns ein ganz kurzes Schiebest\u00fcck. Wir besetzen einige B\u00e4nke an der kleinen Kapelle oberhalb der H\u00fctte und packen unser mitgebrachtes aus. Bei Traumwetter verspeisen  wir Mortadella, Speck und Salami auf frischem Ciabata.<br \/>\nSteil geht es auf einem Schotterweg bis zur Rifugio Ijiza. Danach geht es nach einem kurzen Gegenanstieg auf dem flowigen und schnellen Trail Nr. 3 hinab zum Passo Campolongo. Dort zweigt schon nach wenigen Metern abermals ein Trail ab, der uns direkt nach Arraba f\u00fchrt. Nachdem ich hier im Jahre 2002 den fehler gemacht habe direkt zur Porta Veescovo hinauf zu fahren, wollen wir es dieses mal besser machen. An der Talstation der Seilbahn f\u00fchrt parallel zur Pordoi-Passtra\u00dfe ein Skipiste hinauf. Diese l\u00e4sst sich sehr gut und sanft steigend hinauf kurbeln. Wir sto\u00dfen dann erst bei knapp 1700 auf die Stra\u00dfe die wir dann nach weiteren 250 H\u00f6henmetern wieder verlassen. Ab hier f\u00fchrt ein Schotterweg zur\u00fcck in Richtung Osten hinauf zur Porta Vescovo. So ist es uns m\u00f6glich bis auf die letzten Steilrampen fahrend nach oben zu gelangen. Der weg weist frische Erosionssch\u00e4den auf . An einigen Stellen wird gearbeitet. Gesten muss es hier also ein heftiges Unwetter gegeben haben. Die Seilbahn befindet sich dieses Jahr in Revision, was zur Folge hat das hier oben heute fast kein Mensch anzutreffen ist.<br \/>\nDie ersten Meter in Richtung Bindelweg sind fahrtechnisch anspruchsvoll, dann geht es immer wieder steigend und fallend am Hang entlang. Die mit einem Eispanzer bedeckte Marmolata und er blau funkelnde Lago di Fedaia in Tal machen diesen Panoramaweg zu einem landschaftlichen Highlight.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/15\/AlpX05_4215.jpg\" alt=\"Blick auf den Lago di Fedaia\" \/><br \/>\nLeider kommt aufgrund der teilweise sehr steilen Gegenanstiege kein rechter Flow auf. Zum Gl\u00fcck haben wir den Weg heute fast f\u00fcr uns alleine. Ein einmaliges Erlebnis, muss man hier sonst doch immer mit wahren Hundertschaften von Wandern rechnen. Am Rifugio Viel dal Pan machen wir nochmals eine kurze Rast. Bei Apfelstrudel und Cola k\u00f6nnen wir den Einsatz eines Rettungshubschraubers in unserer N\u00e4he beobachten. Nach dem abseilen eines Notarztes und einigen waghalsigen Flugman\u00f6vern \u00fcber unsern K\u00f6pfen landet er direkt hinter der H\u00fctte.<br \/>\nWir jedoch m\u00fcssen weiter. Kurz vor dem Pordoi-Pass biegen wir nach rechts ab un dwundern uns \u00fcber die wei\u00dfen H\u00e4ufen rechts uns links des Weges: Hagel, meterhoch liegt hier der Hagel. Hier muss es gestern ganz sch\u00f6n heftig gew\u00fctet haben. An der Passh\u00f6he zweigt normalerweise gleich hinter den Parkpl\u00e4tzen ein Wanderweg in Richtung Pecol ab. Obwohl ich den weg schon einmal gefahren bin kann ich ihn beim besten Willen nicht finden, nur ein Bach l\u00e4uft dort wo der Weg eigentlich sein sollte. Wir fahren zwei Serpentinen auf der Passstra\u00dfe abw\u00e4rts und queren dann in den Wanderweg hinein. Wieder Wasser, OK das ist der Weg, ich hatte Ihn blo\u00df nicht gleich als solchen erkannt. Nach eigen Metren verschwindet das Wasser in einem Graben und er Wanderweg ist wieder trocken. \u00dcber Almwiesen und Skipisten geht es hinab nach Pecol. An einem Brunnen f\u00fcllen wir noch einmal unser Trinkflaschen. Danach geht es weiter auf einem heftigen S-3 Trail hinab ins Tal. Der weg hat durch das Unwetter gestern auch heftig gelitten und weist ordentlich Erosionssch\u00e4den auf. Dennoch haben wir auf der anspruchsvollen Abfahrt unsern Spa\u00df. Der Trail endet in einem wackeligen Treppe, an der ich einige Fotos von unser Gruppe schie\u00dfen kann. Wir verlassen hier nun den Trail um in Richtung Lupo Bianco zu gelangen, wo der Anstieg zum Sellajoch beginnt.<br \/>\n\u00e2\u20ac\u017eAlpencrosser werden diese Auffahrt meiden\u00e2\u20ac\u0153 stand mal in einer Tourbeschreibung. Schon nach wenigen Metern wissen wir warum. Es geht derart steil nach oben, dass unsere Beinmuskeln, die heute immerhin schon weit \u00fcber 2000 H\u00f6henmeter f\u00fcr Vortrieb sorgen mussten, zum Bersten angespannt werden. Der Weg Nr. 655 f\u00fchrt uns nun nochmals \u00fcber  500m nach oben. Zun\u00e4chst geht es auf  Schotter aufw\u00e4rts, dann auf einem erdigen Weg. Die gigantischen Felsen der Pordoi-Westwand und des Sellastockes sind in ein bizarr rotes Abendlicht getaucht. Irgendwann endet diese Schinderei an der Rifugio Valentini. Ersch\u00f6pft freuen wir uns \u00fcber die lang ersehnte Ruhe nach dieser Marathonetappe. Leider ist die H\u00fctte bereits voll ausgebucht und wir m\u00fcssen uns nochmals auf den Weg machen. Es folgen nun ja noch weitere H\u00fctten auf dem Friedrich August Weg. Die urspr\u00fcngliche Hoffnung heute bis zur Plattkofelh\u00fctte zu gelangen haben wir aber l\u00e4ngst begraben. Nebel zieht auf und taucht den Langkofel in eine gespenstische Stimmung. Auch an der Rifugio Salei ist alles voll. Ich versuche es per Handy an den n\u00e4chst gelegenen H\u00fctten, nichts alles voll. An der Rifugio des Alpes geht keiner ans Telefon. Wir bef\u00fcrchten bereits wieder nach Canazei abfahren zu m\u00fcssen, da erkl\u00e4rt sich die Bedienung der H\u00fctte bereit es auf dem Privathandy eines Mitarbeites der Rifugio Des Alpes zu versuchen. Der Versuch ist erfolgreich, oben hat\u00b4s noch Platz, viel Platz. Wir sind die einigen G\u00e4ste. Einen Haken hat di Sache jedoch: es geht nochmals 250 H\u00f6henmeter auf einer steilen Schotterpiste nach oben. Die letzten Meter werden zur H\u00f6llentour. Nur Frank f\u00e4hrt bis oben. Ich kann Ihm nur noch hinauf rufen: Bikegarage klar machen und 6 Bier ordern. Kitschig bunte F\u00e4hnchen wehen am Wegesrand, am Horizont taucht der in glei\u00dfendes rot getauchte Schlernr\u00fccken kurz aus dem  Nebel auf&#8230;ich zeige hin\u00fcber und sage: da fahren wir morgen dr\u00fcber&#8230;<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/15\/AlpX05_4270.jpg\" alt=\"G\u00f6tterd\u00e4merung\" \/><br \/>\nWir sitzen wieder mal in den Bikeklamotten am Tisch. Nach jeweils zwei Bier d\u00fcrfen wir den Tisch wechseln und genie\u00dfen ein umfangreiches und wohlschmeckendes 3-G\u00e4ngemenue. Das haben wir uns heute nach \u00fcber 3000 H\u00f6henmetern auch verdient.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbernachtung:<\/strong><br \/>\nRifugio Des Alpes<br \/>\n+39\/0462\/601184<\/p>\n<p>weiter zu <a title=\"Tag 5\" href=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/?p=21\">Tag 5<\/a> Sellajoch-Reiterjoch<\/p>\n<p><strong>Etappe:<\/strong><br \/>\nCiurnadu (Wengen)<br \/>\nAntemarawiesen<br \/>\nHeiligkreuzhospiz<br \/>\nSt. Kassian<br \/>\nPralongia<br \/>\nArabba<br \/>\nPorta Vescovia<br \/>\nBindelweg<br \/>\nPso. Pordoi<br \/>\nLupo Bianco<br \/>\nSellajoch<br \/>\nRifugio Des Alpes<\/p>\n<p>Bilder <a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/search.php?search_keywords=AX05_04\">Tag 4<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/Transalp\/Tour2005\/tag4.jpg\">H\u00f6hendiagramm<\/a><\/p>\n<p>Kompass Karte <a title=\"Sellagruppe\" href=\"http:\/\/astore.amazon.de\/transalphomep-21\/detail\/3854910665\/302-2598083-7935217\">Nr. 59<\/a> f\u00fcr Tag 4<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sitzen im Gasthof Ciurnadu beim Fr\u00fchst\u00fcck und haben durchs Fenster einen gigantischen Blick auf die Dolomiten westlich des Abteitales. Wir versuchen alle m\u00f6glichst viel vom reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fccksbuffet in uns hineinen zu stopfen, schlie\u00dflich haben wir auch heute wieder gro\u00dfes vor. 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