{"id":215,"date":"2008-09-01T13:49:52","date_gmt":"2008-09-01T11:49:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/?p=215"},"modified":"2008-10-23T09:29:46","modified_gmt":"2008-10-23T07:29:46","slug":"tag-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/tag-4\/","title":{"rendered":"Tag 4 Im Sagenland der schwarzen Bl\u00f6cke"},"content":{"rendered":"<p><strong>Capanna Bovarina &#8211; Gana Negra &#8211; Passo del Lucomagno<\/strong><strong>&#8211;  Passo dell` Uomo &#8211; <\/strong><strong>Griespass<\/strong><\/p>\n<p>In der Nacht hat es ein heftiges Gewitter gegeben. Blitz und Donner ersch\u00fcttern die H\u00fctte und raubten uns den Schlaf. Daf\u00fcr werden wir jetzt mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein entsch\u00e4digt.<\/p>\n<p>Heute schaffen wir es sogar einmal vor 8.00 Uhr auf den Bikes zu sitzen, um mit der Auffahrt zum Gana Negra zu starten. Wieder einmal so ein Experiment, wieder mal so ein Pass, den man nicht in hunderten von Tourbeschreibungen findet. Wanderer, die wir gestern Abend auf der H\u00fctte kennen gelernt haben berichten uns von riesigen schwarzen Felsbl\u00f6cken, einem beschwerlichen Weg und garantieren uns, dass wir nichts davon fahren k\u00f6nnten. Gut, so was h\u00f6rt man \u00f6fters, und meist erweist sich eine solche Einsch\u00e4tzung als wenig hilfreich. Wir werden sehen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal bemerken wir, dass es gesteren Abend wohl doch bequemer gewesen w\u00e4re, den l\u00e4ngeren aber fahrbaren Weg hinauf zur H\u00fctte zu nehmen. Denn wenige Meter nach der Unterkunft steht ein Auto. Tja, so ist es halt. Das n\u00e4chste Mal wissen wir es besser. Der fahrbare Weg f\u00fchrt bis zur Alpe Bovarina, aber hier geht es weiter auf einem schmalen Wiesenweg in Richtung Pass. Das Gras ist noch sehr nass vom Regen heute Nacht, die Morgensonne spiegelt sich in zahlreichen Pf\u00fctzen und kleinen Seen.<\/p>\n<p>Die traumhafte Landschaft ist in ein wunderbares Licht getaucht, dann tauchen die ersten Bl\u00f6cke auf der gr\u00fcnen Wiese auf. Unglaublich, was f\u00fcr ein Kontrast. Der Wanderweg schl\u00e4ngelt sich zwischen den Bl\u00f6cken durch, die Bikes k\u00f6nnen aber gr\u00f6\u00dftenteils bequem geschoben werden. Manche Abschnitte k\u00f6nnen wir sogar im Sattel sitzend fahren, ab und zu tragen wir die Bikes. Die bef\u00fcrchtete Kletterei durch unwegsames Gel\u00e4nde zwischen riesigen Steinbl\u00f6cken bleibt uns erspart.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/wp-content\/ts08t4_1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-226\" title=\"ts08t4_1\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/wp-content\/ts08t4_1.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"497\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach 2 Stunden Aufstieg erreichen wir schlie\u00dflich den 2463 Meter hoch gelegen Passo di Gana Negra.<\/p>\n<p>Ein fahrtechnisch anspruchsvoller Trail f\u00fchrt hinab zum <a title=\"Lucomagno\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lucomagno\" target=\"_blank\">Passo del Lucomagno<\/a>. Leider sind in den erdigen Untergrund teilweise recht tiefe und schmale Rinnen ausgewaschen. Das macht die Abfahrt \u00e4u\u00dferst schwer. Will man das Hinterrad versetzen geht das nur in mehreren Schritten, da man \u00f6fters mal mit den Pedalen oder der Hinterrad aneckt. Gegen Ende wird der Trail einfacher und flowiger. Mit hohem Tempo k\u00f6nnen wir in Richtung Passo del Lucomagno abfahren.<\/p>\n<p>Wir haben Hunger, da kommt uns eine Rast im Hospiz gerade recht. Schnell werden ein paar Schinkenbrote verdr\u00fcckt. Unser Weg f\u00fchrt uns zun\u00e4chst gem\u00fctlich auf einem breiten Schotterweg am Stausee entlang. Doch so gem\u00fctlich bleibt\u00b4s nat\u00fcrlich nicht lange, denn es geht weiter auf der Ger\u00f6llauffahrt zum Pass dell\u00b4Uomo. Der Weg hinauf zum Pass gleicht eher einem trockenen Bachbett als einem Weg. Auf der groben Ger\u00f6llauffahrt ist an Fahren fast nicht zu denken, also wird wieder einmal geschoben. Leider verabschiedet sich das sch\u00f6ne Wetter nun auch wieder. Dichte Wolken ziehen auf und verh\u00fcllen die Berge rund um uns herum. Nach 300 H\u00f6henmetern erreichen wir schlie\u00dflich die Passh\u00f6he.<\/p>\n<p>Inzwischen weht ein kalter Wind und so m\u00fcssen wir uns vor der Abfahrt noch eine Jacke anziehen. Bereits nach wenigen Metern Abfahrt scheint der Weg wieder bergauf zu f\u00fchren&#8230;der Schotterweg. Aber hier zweigt ein Trail zu Capanne Cadagno ab. Ein kurzer Blick aufs Navi, dann ist klar: wir nehmen den Trail. Schon nach wenigen Metern zeigt sich, dass dies die richtige Entscheidung war, denn der Trail ist ein fahrtechnisch anspruchvoller Leckerbissen, der abwechslungsreich und immer wieder kniffelig verblockt ins Tal hinab f\u00fchrt.<br \/>\nDie restliche Abfahrt f\u00fchrt auf Schotter bis zum <a title=\"Ritom\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lago_Ritom\" target=\"_blank\">Lago Ritom<\/a>, dann halb um den See herum und letztendlich zur Staumauer. Gleich hier f\u00fchrt ein Wanderweg in Richtung Valle. Da dieser hier oben aber zun\u00e4chst auf einer Treppe steil hinab f\u00fchrt, verzichten wir zun\u00e4chst darauf und fahren stattdessen ein St\u00fcck auf der Stra\u00dfe abw\u00e4rts. Doch schon bald wird uns diese H\u00f6henmetervernichtung zu sinnlos und wir schauen uns nach einer Alternative um. Diese ist bald gefunden und wir finden uns auf einem alten Karrenweg nach Valle wieder. Der kleine Ort ist pittoresk in das enge Tal gebaut worden. Eine Stra\u00dfe f\u00fchrt nicht hierher. Wir fahren weiter auf dem mit groben Pflastersteinen befestigten Weg hinab und erreichen schlie\u00dflich Altanca.<\/p>\n<p>Hoch \u00fcber dem von mehreren Verkehrsadern voll gestopften Tal fahren wir parallel zu einer Stromleitung in Richtung Airolo. Die Wolken um uns herum haben sich nochmals verdichtet und jetzt beginnt es auch noch leicht zu regnen. Wir verwerfen den Plan heute noch \u00fcber Nantes auf den 1000 H\u00f6henmeter weiter oben gelegenen H\u00f6henweg zur Alpe di Va\u00f6lleggiri zu fahren zun\u00e4chst einmal. Daf\u00fcr biegen wir jetzt endlich von der Teerstra\u00dfe ab und fahren auf der alten Stra\u00dfe nach <a title=\"Airolo\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Airolo\" target=\"_blank\">Airolo<\/a>. Wieder einmal Karrenweg, teilweise kniffelig und durch den Regen von gerade eben etwas glitschig geht es immer leicht fallend am Hang entlang. Kurz vor Airolo sto\u00dfen wir auf eine beschilderte Mountainbikeroute. Diese f\u00fchrt ziemlich sinnfrei am Bach entlang, dann steil nach oben und auf Teer wieder nach unten. Egal, Airolo ist erreicht.<\/p>\n<p>Am Bahnhof ist schnell ein ge\u00f6ffnetes Restaurant gefunden, in dem wir die leeren M\u00e4gen mit einer sch\u00f6nen Portion Spaghetti f\u00fcllen k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Regen hat jetzt zwar wieder aufgeh\u00f6rt, aber der H\u00f6henweg ist endg\u00fcltig gestorben, vorerst wie sich sp\u00e4ter zeigen sollte. Wir fahren auf der Passstra\u00dfe zum <a title=\"Nufenen\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nufenenpass\" target=\"_blank\">Nufenenpass <\/a>durchs Val Bendretto bis Gallinoso. Die Steigung ist gering, der Verkehr ist ertr\u00e4glich. Nach 7 Kilometern haben wir aber alle genug von der Teerfahrerei. Ich spiele beim Fahren gelangweilt auf dem Navi herum und entdecke wenige Meter vor uns einen Schotterweg bis Alpe di Va\u00f6lleggiri. 700 H\u00f6henmeter f\u00fchrt er im Wald wieder hoch auf den urspr\u00fcnglich geplanten H\u00f6henweg. Bei der Planung hatte ich diese Alternative hier gar nicht in Erw\u00e4gung gezogen, jetzt kommt sie uns gerade recht.<\/p>\n<p>Das Wetter hat sich inzwischen wieder verbessert, und kaum haben wir die Stra\u00dfe verlassen, scheint sogar wieder die Sonne. Ich rufe w\u00e4hrend einer kurzen Pause auf der Capanna Corno Gries an, um unsere \u00dcbernachtung zu reservieren. Der Schotterweg hinauf zur Alpe di Va\u00f6lleggiri ist relativ rasch bew\u00e4ltigt. Leider hat Michael oben einen Kettenriss, der aber nach wenigen Minuten repariert ist. Wir treffen einen J\u00e4ger, der so wie wir auf dem Weg nach oben ist. Als wir ihm erz\u00e4hlen, wohin wir wollen, sch\u00fcttelt er nur den Kopf und geht weiter. Warum, das sollen wir wenig sp\u00e4ter erkennen. Auf einer H\u00f6he von 1900 Metern biegt ein Wanderweg ab, der Schotterweg f\u00fchrt nur noch in ein Hochtal und endet dort. Zun\u00e4chst geht es erst mal wieder ein St\u00fcck bergab, dann mehr oder weniger auf einer H\u00f6he am Hang entlang.<\/p>\n<p>Der Weg ist leider in einem wesentlich schlechteren Zustand, als wir erhofft haben und entpuppt sich bald als \u00fcbles Geschleppe durch die Botanik. Zudem leidet der Weg unter ziemlicher Erosion. Kurze fahrbare Abschnitte wechseln sich\u00a0 immer wieder mit \u00fcblen Gegenanstiegen ab. Voran kommt man hier nicht wirklich, die gebuchte H\u00fctte ist in weiter Ferne. Wir schauen gegen die inzwischen\u00a0 tiefstehende Sonne zum Horizont, OK, da ist die H\u00fctte. So weit weg, dass wir besser nicht weiter dar\u00fcber nachdenken, ob und wann wir dort wohl ankommen werden. Die ganze Sache\u00a0 macht so wirklich keinen Spa\u00df, vor allem wenn man schon ziemlich platt ist. Wir kreuzen mehrere Materialseilbahnen der Schweizer Armee und schleppen uns und die Bikes weiter bis zum Passo San Giacomo.<\/p>\n<p>Endlich bessert sich der Weg und ist ab jetzt zum gr\u00f6\u00dften Teil fahrbar. Noch ein kurzer Gegenanstieg ist zu meistern, dann f\u00fchrt der Trail hoch \u00fcber dem Talgrund am Hang entlang ins Tal. Im Abendlicht macht diese Abfahrt nach den Strapazen der letzten 2 Stunden richtig Spa\u00df.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/wp-content\/ts08t4_2.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-225\" title=\"ts08t4_2\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/wp-content\/ts08t4_2.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"338\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Abfahrt danach lohnt sich doch noch. Ich w\u00fcrde den von uns gew\u00e4hlten Aufstieg so aber nicht mehr empfehlen. Alternativ ist der Passo San Giacomo von S\u00fcden her auf einer Schotterpiste erreichbar.<br \/>\nWir erreichen schlie\u00dflich das Ende der Abfahrt und auf uns warten zum Schluss noch 30 min tragen und schieben bis zur Capanna Corno Gries. Jetzt reicht es aber f\u00fcr heute. Die Wirtin erwartet uns schon auf der Terrasse. Meine Absch\u00e4tzung wann wir ankommen werden lag auch um \u00fcber eine Stunde daneben. Egal, es gibt noch was zu Essen. Zuvor wird aber erst einmal ein Bier auf der H\u00fctte genossen. Die neu gebaute H\u00fctte mit ihrer eigenwilligen aber sehr ansprechenden Architektur ist eine gute Adresse, die Gastgeber sind sehr freundlich, das Essen ist gut und die Betten sind auch hier mit kuscheligen Federdecken best\u00fcckt. Was will man mehr? Eine Dusche, gut die kostet 5 Franken. Ich entschlie\u00dfe mich statt f\u00fcr ein drittes Bier das Geld lieber in etwas Hygiene zu investieren. Frank und Michael bleiben beim Bier. Na denn prost!<br \/>\nFazit: Nach dem absoluten Highlight am Passo Gana Negra mit seiner imposanten Landschaft bei strahlendem Sonnenschein haben wir bei der Abfahrt von Passo dell\u00b4Uomo noch einen fahrtechnischen Leckerbissen entdeckt. Der H\u00f6henweg zum Passo San Giacomo war dagegen eher ein Reinfall, heute auf jeden Fall zu kr\u00e4ftezehrend und zu zeitraubend. Die Alternative zun\u00e4chst \u00fcber die Stra\u00dfe in Richtung Nufenenpass, um dann direkt zur Capanna Corno Gries aufzusteigen w\u00e4re sicherlich einfacher und schneller gewesen.<\/p>\n<p><strong>Bilder:<\/strong><\/p>\n<p>Alle Fotos von <a title=\"Tag 4\" href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/search.php?search_keywords=transswiss%20AND%20Tag4\">Tag 4<\/a><\/p>\n<p><strong>Weiter <\/strong>zu <a title=\"Tag5\" href=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/?p=216\">Tag 5<\/a><\/p>\n<p><strong>GPS:<\/strong><\/p>\n<p>Track und H\u00f6hendiagramm bei <a title=\"Tag 4\" href=\"http:\/\/gpsies.com\/map.do?fileId=swswwickluvzkodx\">GPSies.com<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00dcbernachtung:<\/strong><\/p>\n<p><a title=\"Coro Gries\" href=\"http:\/\/www.vs-wallis.ch\/tessin\/huetverz\/co-gries.html\" target=\"_blank\">Capanna Corno Gries<\/a><\/p>\n<p>Telefon       091 &#8211; 869 11 29<\/p>\n<p><strong>Statistik Tag 4:<\/strong><\/p>\n<p>2200 H\u00f6henmeter<br \/>\ndavon 1300 H\u00f6henmeter getragen und geschoben<br \/>\n50 km<br \/>\n6.40 Fahrzeit<br \/>\n11 h unterwegs<\/p>\n<p><strong>Karte:<\/strong><\/p>\n<p>K\u00fcmmerly + Frey <a title=\"Gotthard\" href=\"http:\/\/astore.amazon.de\/transalphomep-21\/detail\/3259008934\/302-6276948-8487247\">Wanderkarte 19<\/a>, Gotthard<\/p>\n<p>Kompass <a title=\"Kompass 108\" href=\"http:\/\/astore.amazon.de\/transalphomep-21\/detail\/3854913354\/302-6276948-8487247\">Wanderkarte 108<\/a>, Gotthard\/S. Gottardo &#8211; Grimsel &#8211; Susten &#8211; Oberalp<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Capanna Bovarina &#8211; Gana Negra &#8211; Passo del Lucomagno&#8211; Passo dell` Uomo &#8211; Griespass In der Nacht hat es ein heftiges Gewitter gegeben. Blitz und Donner ersch\u00fcttern die H\u00fctte und raubten uns den Schlaf. Daf\u00fcr werden wir jetzt mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein entsch\u00e4digt. 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