{"id":46,"date":"2006-07-26T08:28:27","date_gmt":"2006-07-26T06:28:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/?p=46"},"modified":"2010-06-21T19:21:20","modified_gmt":"2010-06-21T18:21:20","slug":"tag-5-martelltal-rifugio-campo-val-zebru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/tag-5-martelltal-rifugio-campo-val-zebru\/","title":{"rendered":"Tag 5 Martelltal Rifugio Campo (Val Zebru)"},"content":{"rendered":"<p>.<\/p>\n<div style=\"border: 1pt solid windowtext; padding: 1pt 4pt\">\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"border: medium none ; padding: 0cm\"><strong>Warnung: Die hier gefahrene Etappe ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Die Querung des Langenferner Gletschers ist ohne Steigeisen und Seilsicherung lebensgef\u00e4hrlich und mit dem Bike definitiv nicht zu empfehlen! Wir selbst w\u00fcrden diesen \u00dcbergang unter den beschriebenen Umst\u00e4nden und ohne entsprechende Ausr\u00fcstung nicht nochmals machen.<\/strong><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>Am f\u00fcnften Tag unserer Tour starten wir zu einer Reise ins Ungewisse. Noch lange hatten wir gestern Abend \u00fcber den Karten gesessen und die bevorstehende Etappe beraten. Was wird uns dort oben erwarten? Ist die Gletscherquerung m\u00f6glich? Wie sehen die Spalten aus? Ist das Risiko zu hoch? Trotz all dieser Fragen starten wir bei traumhaften und sicheren Wetterbedingungen zur \u00dcberschreitung des Langenferner Joches. Wir sind uns einig, dass wir umkehren werden, sobald die Sache unkalkulierbar und gef\u00e4hrlich f\u00fcr uns wird.<br \/>\nAuf einem breiten aber steilen Weg erreichen wir schnell die Zufall H\u00fctte. Das Wetter ist ideal f\u00fcr unser Vorhaben. In der Nacht hat es geregnet, daher ist klare Luft, blauer Himmel und uneingeschr\u00e4nkter Blick auf die faszinierende Bergwelt um uns herum garantiert. Der Weg, der nach einem kurzen Schiebest\u00fcck an der Zufall H\u00fctte nach oben in Richtung Langenferner f\u00fchrt, best\u00e4tigt unser Vorhaben. Es handelt sich hierbei um einen alten Milit\u00e4rweg aus dem Ersten Weltkrieg, auf dem der Nachschub in die Kampfgebiete oben auf dem Gletscher bef\u00f6rdert wurde. Daher ist der Trail relativ breit und die Steigung erlaubt es uns lange Abschnitte zu fahren. Zudem wird die Landschaft mit jedem Meter, den wir in das Tal vordringen, bizarrer und beeindruckender. Es wird uns schnell klar, dass der m\u00f6gliche Abbruch unseres Vorhabens schon alleine durch den Besuch dieses ungew\u00f6hnlich sch\u00f6nen Tales und die damit verbundene Abfahrt zur\u00fcck zum Zutrittsee den Versuch wert sein w\u00fcrde, das Langenferner Joch mit dem Bike zu bezwingen<br \/>\nHarry: &#8220;Die Zufall H\u00fctte thront majest\u00e4tisch \u00fcber uns auf einem Felsen. Ab der H\u00fctte beginnt auch der Gletscherlehrpfad, welchem wir folgen. Der Weg wird bald flacher und steigt sanft unserem Ziel entgegen. Die Kulisse mit den Wiesen, B\u00e4chen, herabst\u00fcrzenden Wassermassen und gigantischen Gletschern sucht seinesgleichen. Auch wenn wir unser Vorhaben (die Casati H\u00fctte zu erreichen) abbrechen m\u00fcssen, hat sich dieser Abstecher ins Butzental gelohnt. Doch noch wollen wir nicht an eine Aufgabe denken.&#8221;<br \/>\nLangsam arbeiten wir uns nach oben bis auf eine H\u00f6he von \u00fcber 2.700 Metern. Erst hier wird der Weg schmaler und wir befinden uns auf einem breiten R\u00fccken, der ehemaligen Seitenmor\u00e4ne des fr\u00fcher einmal m\u00e4chtigen Gletschers. Hier \u00f6ffnet sich der Blick nach vorne. Die K\u00f6nigspitze mit ihrer imposanten, pyramidenf\u00f6rmigen Silhouette dominiert fortan den Horizont. Davor liegt majest\u00e4tisch und unbezwingbar der Langenferner Gletscher. Auch unser weiterer Weg nach oben ist bereits sichtbar. In einer von hier aus senkrecht wirkenden Felspassage geht es steil nach oben. Wir stellen uns die Frage, ob schon diese Kletterpartie, die wir bereits gestern auf der Karte als Schl\u00fcsselstelle erkannt haben, unser Vorhaben beenden wird?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"Where other stops the legend begins\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_016.jpg\" alt=\"Where other stops the legend begins\" \/><\/p>\n<p>Where other stop the legend begins<\/p>\n<p>Wir fahren und schieben weiter den R\u00fccken entlang, als pl\u00f6tzlich ein Grollen durchs Tal donnert. Der L\u00e4rmpegel steigt, und ich blicke hin\u00fcber zum Au\u00dferer Kogel. Dort oben schmilzt das Eis und mit ihm der Permafrostboden, der Ger\u00f6ll- und Felsmassen zusammenh\u00e4lt. In der gegen\u00fcberliegenden Wand geht gerade ein Felssturz ins Tal. Hausgro\u00dfe Brocken brechen knapp unter dem Gipfel ab und st\u00fcrzen hunderte von Metern in die Tiefe, bevor sie weiter unten auf den Felsen aufschlagen und mit einem lauten Knall in tausende St\u00fccke zersprengt werden. Die Bruchst\u00fccke, die teilweise immer noch die Gr\u00f6\u00dfe von Kleinwagen haben, fallen aufs Eis und rutschen bis zu einem Kilometer tief ins Tal. Gl\u00fccklicherweise befinden wir uns in sicherer Entfernung auf der andern Talseite und k\u00f6nnen dem Spektakel ungef\u00e4hrdet zusehen.<br \/>\nWir rasten kurz, essen noch einen M\u00fcsliriegel und lassen die Landschaft auf uns einwirken. Von allen Seiten beherrschen nun unendlich wirkende Eismassen das Bild. Der Gipfel des Cevedale links von uns, in unserem R\u00fccken der Gramsenferner und nat\u00fcrlich der direkt vor uns liegende Langenferner.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Gletscher\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_017.jpg\" alt=\"Gletscher\" \/><br \/>\nGletscher voraus<br \/>\nWir folgen nun einer nur sp\u00e4rlich mit Steinm\u00e4nnern markierten Route durch eine Ger\u00f6llw\u00fcste. Auf einer H\u00f6he von knapp 3000 m ist die Vegetation sp\u00e4rlich, grauer Fels und Unmengen von Ger\u00f6ll und Sand sind nun allgegenw\u00e4rtig. Ein Weg ist eigentlich nicht mehr zu erkennen. Bei schlechter Sicht oder gar bei Nebel wird man sich in dieser Mondlandschaft unweigerlich verlaufen. Wir schaffen dies auch bei Idealbedingungen. Obwohl wir den weiteren Wegverlauf bereits erblickt hatten, verpassen wir einen Abzweig und folgen viel zu lange den Steinm\u00e4nnern. Diese f\u00fchren uns nach Norden, immer weiter auf die Butzenspitze zu. Oben auf dem Grat am Eisseepass erkennen wir eine Gruppe von Bergsteigern, die wir zuvor schon oben auf unsrer Route erblickt haben. Sind wir auf dem richtigen Weg?<br \/>\nBei 3.100 Metern H\u00f6he erkennen wir endlich, das wir hier nicht weiterkommen werden. Wir beschlie\u00dfen quer durchs Ger\u00f6ll abzufahren, um auf den richtigen Weg zur\u00fcck zu gelangen. Ein Unternehmen, das im alpinen Gel\u00e4nde eigentlich zum Scheitern verurteilt ist, ist hier in dieser H\u00f6he problemlos machbar. Jahrtausendelang haben die Eismassen der Gletscher den Untergrund gepresst. Ergebnis ist eine Bodenbeschaffenheit, die gut gewalzten Schotterwegen in deutschen Mittelgebirgen gleicht. Wir genie\u00dfen diesen kurzen Freeride, der hier seinen Namen wirklich verdient und jeder von uns sucht sich seine eigene Linie durch die Mondlandschaft. Schnell erblicken wir im offenen Gel\u00e4nde den richtigen Weg und einen Wegweiser hinauf zur Casati H\u00fctte.<br \/>\nDie Kletterpartie, die vorhin noch senkrecht und unbezwingbar gewirkt hatte, entpuppt sich nun als lockere Tragepassage in engen Serpentinen und bei m\u00e4\u00dfiger Steigung. Geradezu l\u00e4cherlich im Vergleich zu den auf der Tour bereits gemeisterten Anstiegen an der Dremelscharte oder am Pitztaler J\u00f6chl. Schnell gewinnen wir an H\u00f6he.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Tragest\u00fcck\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_018.jpg\" alt=\"Tragest\u00fcck\" \/><br \/>\nTragest\u00fcck zum Langenferner Joch<\/p>\n<p>Ich entdecke zwei im braunen Sommerkleid bestens getarnte Schneeh\u00fchner direkt am Wegesrand. Leider schaffe ich es nicht, diese Bewohner der hochalpinen Landschaft zu fotografieren. Schlie\u00dflich sind wir oben, stehen vor dem Gletscher\u00e2\u20ac\u00a6oder besser gesagt vor dem, was die Hitze der vergangenen Jahre davon \u00fcbrig gelassen hat. Und noch etwas pr\u00e4gt das Bild nun &#8211; die Hinterlassenschaften des ersten Weltkrieges. \u00dcber 80 Jahre von Schnee und Eis bedeckt kommt jetzt zum Vorschein, was die Soldaten damals auf und im Eis hinterlassen haben. <a title=\"Front in Fels und Eis\" href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/8870141187\/transalphomep-21?creative=6378&amp;camp=1410&amp;adid=0PFEPTJ0B897D4HDC45G&amp;link_code=as1\">Buchtipp<\/a>:Die Front in Fels und Eis<br \/>\nWir queren ein Ger\u00f6llfeld und hier erscheint es beinahe, als h\u00e4tten die Soldaten erst vor wenigen Tagen ihre Gewehre eingepackt und w\u00e4ren heimgegangen. Balken, Bretter, Stacheldraht und Funkdr\u00e4hte liegen \u00fcberall herum. Eine h\u00f6lzerne Stellung, die sich einstmals im Eis befand und den Soldaten Schutz vor Lawinen und Beschuss garantiert hat, ist \u00fcber mehrere hundert Meter von oben nach unten verschmiert\u00e2\u20ac\u00a6eine Folge der Gletscherbewegung. Dazu liegen \u00fcberall Munitionskisten, Konservendosen und Flaschen herum. Wir m\u00fcssen aufpassen, dass wir uns nicht in einem der Dr\u00e4hte verheddern oder uns auf \u00fcber 3.000 Metern H\u00f6he einen Platten an einem rostigen Nagel einfahren.<br \/>\nWir erreichen eine weitere Anh\u00f6he und blicken auf unser Ziel, die Casati H\u00fctte. Den gesamten Weg den Gletscher hinweg k\u00f6nnen wir nun \u00fcbersehen und unsere Route \u00fcber das Eis planen.<br \/>\nEs sieht relativ flach aus, im einzigen Anstieg ist gl\u00fccklicherweise ein Schneefeld liegen geblieben. Gr\u00f6\u00dfere Spalten sind von hier aus nicht zu erkennen. Mehrere Seilschaften sind auf dem Eis unterwegs. Es erscheint machbar. 2.000 Meter bis zur Casati-H\u00fctte sch\u00e4tzen wir. Ein gutes St\u00fcck davon auf Schneefeldern, ein Teil auf Fels und Ger\u00f6ll. Wir werden uns so weit wie m\u00f6glich an der Kante des Eises bewegen. Wir betreten das Eis.<br \/>\nEs geht zun\u00e4chst gut voran, das Eis ist hier flach und griffig, die Bergstiefel finden sicheren Halt. In einem kleinen Schneefeld k\u00f6nnen wir nach oben steigen und die n\u00e4chste Felspassage erreichen. Bis hier ist alles OK, wenn es so weiter geht ist die Querung machbar.<br \/>\nIrgendwann bemerken wir, dass wir viel zu weit oben gelandet sind. Die Spur, welche die Seilschaften nehmen befindet sich ein ganzes St\u00fcck unter uns. Wir klettern durch den Fels oberhalb des Gletschers und betreten wieder das Eis. Das Bild hat sich gewandelt: Das Eis ist steil, unter uns geht es auf einer Rutschbahn abw\u00e4rts und unten am Ende der Rutschpartie: Spalten. Und schon stehen wir mitten drin im Schlammassel. Der Weg zur\u00fcck ist genauso gef\u00e4hrlich wie der Versuch weiterzukommen. Jeder einzelne Meter kann nun ausschlaggebend f\u00fcr ein Scheitern oder dem Erfolg der wahnwitzigen Aktion werden. Ich bekomme es ernsthaft mit der Angst zu tun. 5 Meter bis zum n\u00e4chsten Stein. 3 Tritte mit Sand dazwischen, sonst nichts als blankes Eis und unten g\u00e4hnen die Spalten\u00e2\u20ac\u00a650 Meter unter uns, am Ende einer Rutschpartie. Ich nehme das Bike von den Schultern, ramme Lenker und die B\u00e4rentatzen ins Eis.<br \/>\nLangsam setze ich einen Schritt aufs blanke Eis, dann den zweiten. Ein Fu\u00df findet etwas Halt auf einer Hand voll Sand. Ok, ich kann nun das Bike versetzen, wieder ramme ich es ins Eis, taste mich mit den F\u00fc\u00dfen weiter\u00e2\u20ac\u00a6noch 3 Meter bis zum Stein. So geht es weiter, nach dem Stein sind es noch 5 Meter bis zum n\u00e4chsten Felsen jenseits des Eises. Geschafft. Ich hole die Kamera aus dem Rucksack und schie\u00dfe Fotos von Dave und Harry, wie sie sich mit der &#8220;Bike ins Eis&#8221;-Rammtechnik vorw\u00e4rts arbeiten.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"im steilen Eis\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_019.jpg\" alt=\"im steilen Eis\" \/><br \/>\nim steilen Eis<br \/>\nDave: &#8220;Solange wir uns am oberen Fels- und Schuttrand bewegen, geht es ohne gro\u00dfartige Probleme, wenn auch ziemlich m\u00fchsam voran.<br \/>\nUnter uns ist gerade eine Seilschaft unterwegs. Was f\u00fcr ein skurriles Szenario! F\u00fcr die entsprechend ausger\u00fcsteten Gletscherwanderer ist es ein Spaziergang \u00fcbers Eis, w\u00e4hrend wir hier oben, die Bikes geschultert, umst\u00e4ndlich \u00fcber die Felsen klettern!<br \/>\nSchlie\u00dflich m\u00fcssen wir aber doch noch einmal das Eis queren, welches hier oben jedoch um so steiler ist! Zwar haben die Bergschuhe einen erstaunlich guten Halt, denn das Eis ist sehr rau und relativ griffig. Bei der verh\u00e4ngnisvollen Optik den Steilhang hinab und den drohenden Konsequenzen eines Abrutsches, wird uns aber doch etwas mulmig!<br \/>\nIch ziehe mir den Helm auf, damit ich mir beim Wegrutschen zumindest nicht den Kopf sto\u00dfe und bei Besinnung bleibe.<br \/>\nSchlie\u00dflich beginnen Carsten und Harry auf den letzten Meter zum rettenden Felsausl\u00e4ufer die R\u00e4der als Eispickel zu benutzen. An dieser Stelle ist das tats\u00e4chlich nicht die schlechteste Idee! Ich mache es ihnen nach und dann ist es auch schon geschafft! Hinter dem Fels beginnt der m\u00e4\u00dfig steile Aufstieg zur H\u00fctte \u00fcber einen ausgetretenen Schneepfad.&#8221;<br \/>\nWir k\u00f6nnen jetzt \u00fcber die Felsen absteigen, finden einen Weg unterhalb einer gr\u00f6\u00dferen Spalte und erreichen endlich das lang ersehnte Schneefeld.<br \/>\n\u00dcber dem Chevedale braut sich was zusammen, dunkle Wolken sind \u00fcber dem Gipfel zu erkennen. Wir stapfen das Schneefeld hinauf, die Casati H\u00fctte ist zum Greifen nahe und wir freuen uns schon, dass der Coup gelungen ist. Die Sonne brennt unbarmherzig herab und wir schwitzen trotz 3.200 m H\u00f6he.<br \/>\nDave: &#8220;Die ersten Wanderer kommen uns entgegen. Ich erwarte eigentlich einen Anschiss, aber der Bergf\u00fchrer grinst uns schon von weiten an und meint nur \u00e2\u20ac\u017eDie Verr\u00fcckten kommen!\u00e2\u20ac\u0153.&#8221;<br \/>\nPl\u00f6tzlich vor mir ein Loch im Schnee, eine Spalte, nur 30 cm breit, aber wie tief? Ich halte das Bike fest, setze das Vorderrad \u00fcber die Spalte und mache einen beherzten Schritt vorw\u00e4rts. Wenn ich jetzt abrutsche, darf ich alles, blo\u00df niemals das Bike loslassen. So geht es die n\u00e4chsten 20, 30 Meter. L\u00f6cher im Schnee. Dann endet das Schneefeld und wir finden uns in einem Gewirr von Spalten wieder. Wir suchen vergeblich nach den Spuren, welche die Bergsteiger mit ihren Steigeisen hier hinterlassen haben, um einen Ausweg aus dem Labyrinth der Spalten zu finden.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Spalten\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_020.jpg\" alt=\"Spalten\" \/><br \/>\nWegsuche zwischen den Gletscherspalten<br \/>\nVor uns g\u00e4hnt nun auch ein richtig gro\u00dfes Exemplar mit fast zwei Meter Breite. Ein Wasserfall aus Schmelzwasser st\u00fcrzt hier in den Abgrund. Wenige Meter weiter finden wir einen \u00dcbergang \u00fcber diese letzte Spalte und stapfen ab nun durch kn\u00f6cheltiefen Matsch zur Casati H\u00fctte.<br \/>\nAuf der Terrasse der H\u00fctte wurde unser Tun schon l\u00e4nger ungl\u00e4ubig beobachtet. Die dort versammelten Leute trauen Ihren Augen nicht und stehen verwundert am Terrassengel\u00e4nder und schauen aufs Eis, wo drei Verr\u00fccke mit Bikes daherkommen.<br \/>\nDann ist es vollbracht, wir haben den h\u00f6chsten Pass der Ostalpen mit dem Bike geknackt. Aber wir hatten Gl\u00fcck, verdammtes Gl\u00fcck. H\u00e4tten wir statt dem langen Schneefeld im Aufstieg auch hier Eis gehabt, w\u00e4ren wir nie hoch gekommen. Alle Spalten waren umgehbar und relativ klein. Das Wetter war bis jetzt ausgesprochen sicher und stabil und das Eis war durch die hohen Temperaturen angetaut und griffig. Glattes und blankes Eis h\u00e4tte unsere \u00dcberschreitung im steilen Gel\u00e4nde unm\u00f6glich gemacht. Abschlie\u00dfend ist zu erw\u00e4hnen, dass das Langenferner Joch ohne Seil und Steigeisen definitiv nicht zu bew\u00e4ltigen ist, auch wenn wir es durch gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde und besonnenes Vorgehen irgendwie geschafft haben.<br \/>\nHarry: &#8220;Man, was war das f\u00fcr eine Aktion. Das bleibt sicherlich mein einziger Aufstieg \u00fcber den Langenferner Gletscher (mit Bike). Wenn ich nur an die Blicke der uns entgegen kommenden Seilschaften denke.<br \/>\nJedenfalls waren wir gl\u00fccklich, die Casati H\u00fctte wohlauf erreicht zu haben.&#8221;<br \/>\nWir rasten kurz auf der Terrasse der Casati H\u00fctte und brechen schnell wieder auf. Die Regenwolken am Chevedale r\u00fccken n\u00e4her und auf uns wartet noch eine Abfahrt, die vor uns wohl nur wenige Biker unter die Stollen genommen haben durften\u00e2\u20ac\u00a6.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Abfahrt von der Casati H\u00fctte\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_021.jpg\" alt=\"Abfahrt von der Casati H\u00fctte\" \/><br \/>\nAbfahrt von der Casati H\u00fctte<br \/>\nIn einer engen Rechtskehre rutscht mir pl\u00f6tzlich das Vorderrad im losen Sand weg und ich gehe \u00fcber den Lenker, Flugrichtung Ger\u00f6ll. Reflexartig drehe ich die Bergstiefel und die mit Protektoren gesch\u00fctzten Beine in Richtung Landezone und komme mit einem dumpfen Schlag auf. Nichts passiert. Ich krabble wieder hoch zu meinem Bike, ziehe es aus dem Ger\u00f6ll und weiter geht die Fahrt nach unten.<br \/>\nHarry: &#8220;Es tat sich nach den ersten 2-3 Kehren gleich ein steiler Hang auf, der bezwungen werden wollte. Ich dachte noch zuerst, wie soll man da nur fahrend runter kommen. Doch es sollte meine Abfahrt werden. Bis auf eine Passage konnte ich alles im Sattel bezwingen. Eigentlich wollte ich immer wieder auf Carsten und Dave warten, doch die ganzen Menschenmassen die mir entgegenkamen und sich gegenseitig die steilen Felsabs\u00e4tze hochzogen wollten sehen, wie man hier nur radeln kann. So bin ich die ganze Abfahrt unter Applaus in einem Fluss durchgefahren.&#8221;<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"S-4 Sektion am Casati Trail\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_022.jpg\" alt=\"S-4 Sektion am Casati Trail\" \/><br \/>\nS-4 Sektion am Casati Trail<br \/>\nEinige kurze Passagen sind mir zu heftig, ich mu\u00df kurz schieben. Unten wird der Trail etwas flacher und einfacher fahrbar. Leider beginnt es nun zu regnen.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"kurzes steiles Rollst\u00fcck\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_023.jpg\" alt=\"kurzes steiles Rollst\u00fcck\" \/><br \/>\nkurzes steiles Rollst\u00fcck<br \/>\nDie letzten Kehren und den kurzen Schotterweg hinab zur Rifugio L.E. Pizzini Frattoia legen wir im Regen zur\u00fcck. Dort angekommen nutzen wir den Schauer um etwas zu trinken und ein St\u00fcck Pizza zu essen. Es h\u00f6rt schon bald auf zu regnen.<br \/>\nDann beginnt der Aufstieg zum Passo Zebru. 300 H\u00f6henmeter schieben\u00e2\u20ac\u00a6l\u00e4cherlich. Nach knapp 45 min sind wir schon oben und blicken auf die n\u00e4chste Abfahrt. Auch hier oben stehen Unmengen von Stacheldrahtverhauen in den umliegenden H\u00e4ngen.<br \/>\nDie Abfahrt durch Val Zebru nehmen wir heute noch als Bonusprogramm mit. Die ersten paar hundert H\u00f6henmeter bis zum Erdrutsch erf\u00fcleen mit ihrem fahrtechnischen Anspruch nochmals voll und ganz unseren Erwartungen.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Val Zebru Trail\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_024.jpg\" alt=\"Val Zebru Trail\" \/><br \/>\nVal Zebru Trail<br \/>\nDie Passage, in dem letzten Sommer bei einem wohl etwas heftigeren Unwetter der ganze Hang ins Rutschen geraten ist, ist inzwischen mit einem Drahtseil gesichert worden. Hier ist auf wenigen Metern nicht an Fahren zu denken. Satt dessen hangeln wir uns mehr oder weniger geschickt an dem d\u00fcnnen und viel zu lose befestigten Seil in die Tiefe.<br \/>\nPl\u00f6tzlich steht eine ganze Schar Steinb\u00f6cke mitten auf dem Weg. Sie lassen sich in aller Ruhe fotografieren und traben bei unserer Weiterfahrt ohne besondere Panik davon. Sie scheinen zu wissen, das wir sie bergauf mit den Bikes nicht ernsthaft verfolgen k\u00f6nnen.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Steinb\u00f6cke im Val Zebru\" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_025.jpg\" alt=\"Steinb\u00f6cke im Val Zebru\" \/><br \/>\nSteinb\u00f6cke im Val Zebru (links vor dem ersten Biker zu sehen)<br \/>\nKurz nach dieser Begegnung m\u00fcssen wir ein gr\u00f6\u00dferes Ger\u00f6llfeld und einen rei\u00dfenden Wildbach queren. Von einem Weg ist hier erst mal gar nichts mehr zu erkennen.<br \/>\n<img decoding=\"async\" title=\"Bachquerung im Val Zebru \" src=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/frax06_026.jpg\" alt=\"Bachquerung im Val Zebru \" \/><br \/>\nBachquerung im Val Zebru<br \/>\nWir schieben noch einen Gegenanstieg hinauf, dann geht es auf einem nicht enden wollenden Flowtrail in rasanter Fahrt ins Tal hinab. Kurz nach Ende des Trails erreichen wir das Rifugio Campo. Malerisch liegt diese kleine H\u00fctte im einsamen Val Zebru. Keine Frage, dass wir hier \u00fcbernachten werden.<br \/>\nach einem f\u00fcrstlichen Abendessen und einigen Gl\u00e4sschen vino bianco lassen wir das heute Erlebte nochmals Revue passieren\u00e2\u20ac\u00a6<\/p>\n<p>Weiter zu <a title=\"Tag 9\" href=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/\/?p=47\">Tag 6<\/a><\/p>\n<p>Alle Fotos von <a title=\"Fotos Tag 5\" href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/search.php?search_keywords=FRAX_06_05\">Tag 5<\/a><\/p>\n<p>Hier unser <a title=\"Karte\" href=\"http:\/\/home.arcor.de\/schymik\/FRAX_tag5.jpg\" target=\"_blank\">Streckenverlauf<\/a><\/p>\n<p>H\u00f6hendiagramm <a title=\"H\u00f6he\" href=\"http:\/\/schymik.de\/ac06\/HD_FRAX_Tag05_resize.jpg\">Tag 5<\/a><\/p>\n<p><strong>Strecke:<\/strong><\/p>\n<p>Martelltal<\/p>\n<p>Zufallh\u00fctte<\/p>\n<p>Langernferner Gletscher<\/p>\n<p>Casati H\u00fctte<\/p>\n<p>Langernferner Joch<\/p>\n<p>Rif. Pizzini Frattoia<\/p>\n<p>Passo Zebru<\/p>\n<p>Val Zebru<\/p>\n<p>Rifugio Campo<\/p>\n<p><strong>\u00dcbernachtung:<\/strong><\/p>\n<p>Rifugio Campo (Val Zebru) 0039\/342\/929185<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. Warnung: Die hier gefahrene Etappe ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Die Querung des Langenferner Gletschers ist ohne Steigeisen und Seilsicherung lebensgef\u00e4hrlich und mit dem Bike definitiv nicht zu empfehlen! Wir selbst w\u00fcrden diesen \u00dcbergang unter den beschriebenen Umst\u00e4nden und ohne entsprechende Ausr\u00fcstung nicht nochmals machen. 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