{"id":617,"date":"2010-03-13T19:15:14","date_gmt":"2010-03-13T18:15:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/?p=617"},"modified":"2010-03-20T09:50:44","modified_gmt":"2010-03-20T08:50:44","slug":"die-generalprobe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/die-generalprobe\/","title":{"rendered":"Die Generalprobe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tag 1 die Sulzfluh<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt einige Wege, die man im Winter mit Tourenski auf die Sulzfluh hinauf begehen kann. Der Aufstieg durch den Rachen ist sicher der beschwerlichste, und genau diesen haben wir uns heute ausgesucht. Bereits am Einstieg ist eine Gel\u00e4ndestufe zu \u00fcberwinden, die es in sich hat. Nach einigen steilen Spitzkehren m\u00fcssen wir sogar die Ski abschnallen und auf allen Vieren hinauf klettern.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/17_sulzfluh.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Gekrabbel\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/17_sulzfluh.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"403\" \/><\/a><\/p>\n<p>Doch beginnen wir mal von Anfang an: Heute l\u00e4uft irgendwie alles schief. Wir starten zu sp\u00e4t, stehen am Pf\u00e4ndertunnel im Stau und Christian hat auch noch seine Sonnenbrille vergessen. Wir wollen \u00fcber den Golmlift hinauf und dann abfahren zur Lindauer H\u00fctte. Die verg\u00fcnstigte Tourengeherkarte ist schnell gekauft und hoch geht\u00e2\u20ac\u2122s. Das erspart uns den 700 H\u00f6henmeter langen, aber flachen und langweiligen Anstieg zur Lindauer H\u00fctte. Wir wollen uns gerade in die Abfahrt st\u00fcrzen, da werden wir von den Pistenpolizei aufgehalten. Fahrten aus dem Skigebiet seien eigentlich nicht erlaubt. Aha, aber Tickets f\u00fcr Tourengeher werden trotzdem verkauft. Wir machen dem guten Herrn klar, dass wir auf die Sulzfluh wollen und daher da jetzt abfahren m\u00fcssen. Das versteht er und l\u00e4sst uns fahren.  Wir fahren die S\u00fcdh\u00e4nge hinab, der Schnee beginnt bereits weich zu werden.<\/p>\n<p>Dann der Anstieg zum Rachen. Inzwischen ist es schon nach elf Uhr. Nachdem wir das erste Steilst\u00fcck durch die Latschenkiefern hinter uns gebracht haben wird das Gel\u00e4nde flacher. Eine einzige Aufstiegsspur eines Solisten ist zu erkennen. Es geht also. Dann n\u00e4heren wir uns dem Rachen. Ein m\u00e4chtiges Felsportal, dazwischen eine steile Rinne, oft \u00fcber 30\u00b0 geneigt. Einige Abfahrer kommen uns entgegen und haben Spa\u00df im weichen Pulverschnee in der schattigen, nordseitigen Rinne. Wir k\u00e4mpfen uns dagegen nach oben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/11_sulzfluh.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Blick auf die Drei T\u00fcrme\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/11_sulzfluh.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dann kommt uns der Solist entgegen. Er war heute schon auf der Drusenfluh und auf der Sulzfluh, und ab Tschagguns und um halb sechs ist er los. Holla, alle Achtung. Ich schaue sp\u00e4ter auf der Karte nach, das sind \u00fcber 3000 H\u00f6henmeter Aufstieg! Er r\u00e4t uns die Harscheisen anzulegen, denn der Rachen wird noch steiler und der Altschnee ist steinhart. Robert hat keine dabei. Weiter geht\u00b4s. Ich komme ganz passabel voran, Robert muss stellenweise die Ski abschnallen und zu Fu\u00df hoch steigen. Keine leichte \u00dcbung.<\/p>\n<p>So kommt es, dass wir erst kurz vor 17.00 Uhr auf dem Gipfel stehen. Jetzt zieht Nebel auf. Unter uns wohlgemerkt. Wir stehen im Abendlicht alleine \u00fcber dem Wolkenmeer, mitten in der Sonne und nur wenige hohe Berggipfel rund um uns herum schauen ebenfalls heraus. Als extrem spirtuell w\u00fcrde ich diese Stimmung jetzt einfach mal einstufen. Das sind Momente, die vergisst man niemals. Zu dritt auf diesem Berg, um uns herum einfach nur nichts und dazu diese Sonne.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/04_sulzfluh.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Sulzfluh Gipfel\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/04_sulzfluh.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"230\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bis wir uns umgezogen und was gegessen haben lichtet sich der Nebel wieder und der Weg durch den Gemschtobel hinab nach Partnun ist wieder einsehbar. Unsere Bef\u00fcrchtung hier im Nebel herum stochern zu m\u00fcssen bewahrheitet sich gl\u00fccklicherweise nicht. Leider ist die Abfahrt bereits wieder gefroren. Der sch\u00f6ne Firn den die Nachmittagssonne erzeugt hat, hat sich bereits wieder in ekelhaften Bruchhasch verwandelt. Am Ausstieg des Gemschtobels ist noch eine steinige Engstelle zu meistern. W\u00e4hrend Christian und ich es vorziehen die Ski ab zu schnallen, beeindruckt Robert mit einem gekonnten Sprung \u00fcber den Felsen und einer sauberen Ausfahrt hinein in den Gegenhang. Respekt!<\/p>\n<p>Im <a title=\"Alpenr\u00f6sli\" href=\"http:\/\/www.sulzfluh.ch\" target=\"_blank\">Berghaus Alpenr\u00f6sli<\/a> erwartet uns ein Outdoor-Wirlpool und ein leckeres Abdendessen. Das haben wir uns heute redlich verdient.<\/p>\n<p><strong>GPS Track <\/strong>der Tour bei:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/engine.trackspace.de\/open.php?track_id=16661\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/engine.trackspace.de\/images\/trackspace_link.gif\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"54\" height=\"40\" \/><\/a><br \/>\n<strong> <\/strong><\/p>\n<p>Alle <strong>Fotos <\/strong>von <a title=\"Bilder Tag 1\" href=\"http:\/\/schymik.de\/fotodb\/search.php?search_keywords=montafon%20AND%20ski%20AND%20Tag1\">Tag 1<\/a><\/p>\n<p><strong>Tag 2 auf die Wei\u00dfplatte<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Nach einem k\u00f6stlichen Fr\u00fchst\u00fcck sind wir heute rechtzeitig unterwegs. Es ist Punkt acht Uhr, im Tal ist noch Schatten. Mit zahlreichen anderen Tourengehern steigen wir auf in Richtung Engi. W\u00e4hrend die meisten kurz davor schon in Richtung Rotspitze oder St. Ant\u00f6nier Joch abbiegen, begeben wir uns heute auf den Weg in Richtung Wei\u00dfplatte. Knapp 900 H\u00f6henmeter sind zu \u00fcberwinden. Im Gegensatz zu der Schinderei im Rachen gestern, ist heute alles einfach und das Gel\u00e4nde ist meist flach. Bald scheint die Sonne \u00fcber die Bergspitzen und wir \u00fcberschreiten die einsame Hochebene in Richtung Plasseggenpass.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/23weissplatte.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Schattenspiele\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/23weissplatte.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"250\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Pass geht es erst einmal ein St\u00fcck bergab. Eigentlich k\u00f6nnte man hier auf den Fellen runter rutschen, aber der erstklassige Powder verlangt f\u00f6rmlich danach, mit sch\u00f6nen Spuren versehen zu werden. Gesagt getan, Felle runter und ab geht\u00b4s.<\/p>\n<p>An einer kleinen H\u00fctte beginnt dann der Aufstieg auf die Wei\u00dfplatte. Eigentlich hat man hier immer den Gipfel der Scheienfluh vor Augen, aber auf diese wollen wir ja gar nicht hoch. In einigen Spitzkehren arbeiten wir uns nach oben. Das Wetter ist traumhaft, die Sonne scheint und das Bergpanorama wird mit jedem Meter beeindruckender und sch\u00f6ner. Heute ist Fernsicht angesagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/40weissplatte.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Fernsicht\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/40weissplatte.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erst wenige Meter vor dem eigentlichen Gipfel sieht man wo es hin geht. Von dieser Seite her ist die Wei\u00dfplatte wirklich unscheinbar, w\u00e4hren sie nach Westen hin eine beinahe senkrechte 800 Meter hohe Felswand zu bieten hat. Jetzt erwartet und die Abfahrt von der Wei\u00dfplatte. Spektakul\u00e4r am  Abgrund und voller Powder geht es in dem Nordhang nach unten. Robert  erkl\u00e4rt sich spontan dazu bereit, eine Runde Kaffee auszugeben, da er  schon nach wenigen Schw\u00fcngen den ersten Abflug zelebriert. Wir halten  immer wieder an und besprechen die weitere Abfahrt. Immer wieder m\u00fcssen  wir die ideale Linie zwischen Felsen und Steilst\u00fccken suchen. Der Hang  ist gr\u00f6\u00dftenteils unverspurt und der Schnee ist der absolute Traum.  Pl\u00f6tzlich stehen wir vor einem Steilabbruch. Der Hang sieht zun\u00e4chst  noch gut aus, aber das Ende ist nicht einsehbar. Hier geht es f\u00fcr uns  nicht weiter, wir m\u00fcssen ein St\u00fcck nach rechts zu den anderen  Abfahrtspuren r\u00fcber queren. Dann ein weiterer Hang, \u00fcber 40\u00b0 steil und  voller Schnee.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/48weissplatte.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"no risk\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/48weissplatte.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"279\" \/><\/a><\/p>\n<p>Jetzt ist Risikomangement angesagt. Queren?  ausgeschlossen, einzeln durchfahren? zu gef\u00e4hrlich. Seitlich an den  Felsen bleiben? Sicher aber beschwerlich. Wir entschlissen und hier  keinerlei Risiko einzugehen und fahren ganz links zwischen den Felsen  ab. Einzeln versteht sich und unten raus fahren bis zu einem sichern  Gegenhang. Die Rechnung geht auf, das Risikomangement hat funktioniert  und wir meistern die Situation sicher und souver\u00e4n. Durch eine halfpipeartige Rinne Gelangen wir schlie\u00dflich nach unten.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Orientierungsphase wird wieder aufgefellt und wir  steigen zum Grubenpass auf. Ab hier f\u00fchrt ein Felsband zum  Tilisunaf\u00fcrkle und weiter in Richtung Sulzfluh. Uns gelingt es eine gute  Spur zu stecken, auf der wir fast keine H\u00f6henmeter verlieren. Der  Normalweg \u00fcber die Tilisunah\u00fctte w\u00e4re l\u00e4nger gewesen und h\u00e4tte uns  weiter nach unten gef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/53weissplatte.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Blick auf die Wei\u00dfplatte\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/53weissplatte.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"277\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf den letzten Metern hoch zum Rachen ist noch einmal ein Steilst\u00fcck zu  \u00fcberwinden. Unter einer d\u00fcnnen Lage Pulverschnee befindet sich steinhart  gefrorener Altschnee. Ich gehe zwei Spitzkehren nach oben, verliere den  Halt und rutsche zur\u00fcck. Noch ein letztes mal m\u00fcssen die Harscheisen aus  dem Rucksack geholt werden, wegen 30 H\u00f6henmetern. Egal, bald darauf ist  der Einstig zum Rachen erreicht. Wir befinden uns abermals direkt dem  Gipfel der Sulzfluh. Vom Tal her zieht Nebel herauf. Inzwischen weht ein  kr\u00e4ftiger und eiskalter Wind. Schnell sind die Felle verstaut, die  Jacken angezogen und ab geht es in die unverspurten Powderh\u00e4nge oben am  Rachen. Jetzt nochmals hoch auf den Gipfel zu gehen, ja das w\u00e4re m\u00f6glich  gewesen, knapp 20 Minuten h\u00e4tten wir wohl gebraucht. Aber angesichts der  Traumabfahrt die wir gerade absolvieren, denkt daran gerade niemand. Der aufziehende Nebel verzieht sich genau so schnell, wie er gekommen ist.  Der kr\u00e4ftige Wind hat die meisten Abfahrtsspuren im Rachen wieder  zugeweht, daher k\u00f6nnen wir die Abfahrt in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/58weissplatte.JPG\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Powderfun\" src=\"http:\/\/www.schymik.de\/fotodb\/data\/media\/27\/58weissplatte.JPG\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"315\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor  allem nahe der steilen Felsw\u00e4nde an den Seiten des Rachens ist der  Schnee einfach nur traumhaft. Unten im Latschenkiefernwald finden wir  eine Spur, die es uns erm\u00f6glicht, die Steilsstufe, an der wir uns  gestern so abgequ\u00e4lt haben zu umgehen. \u00dcber die flachen H\u00e4nge unterhalb  der Lindauer H\u00fctte gleiten wir schlie\u00dflich hinab bis Tschagguns. Wir  k\u00f6nnen bis zum Parkplatz auf Skieren abfahren.<\/p>\n<p><strong>GPS Track <\/strong>der Tour bei:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/engine.trackspace.de\/open.php?track_id=16660\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/engine.trackspace.de\/images\/trackspace_link.gif\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"54\" height=\"40\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hinter uns liegt ein traumhaftes Wochenende, bleibende Eindr\u00fccke der  beeindruckenden Bergwelt bleiben lange in unsere K\u00f6pfen erhalten. Von  dieser Tour k\u00f6nnen wir noch lange zehren. Und die Generalprobe zur  <a title=\"Ski Transalp\" href=\"http:\/\/www.schymik.de\/wordpress\/?page_id=605\">Ski-Transalp Tirol<\/a> kann als voller Erfolg verbucht werden.<\/p>\n<p>Alle <strong>Bilder<\/strong> von\u00a0 <a title=\"Bilder Tag 2 Weisplatte\" href=\"http:\/\/schymik.de\/fotodb\/search.php?search_keywords=montafon%20AND%20ski%20AND%20Tag2\">Tag 2<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 1 die Sulzfluh Es gibt einige Wege, die man im Winter mit Tourenski auf die Sulzfluh hinauf begehen kann. Der Aufstieg durch den Rachen ist sicher der beschwerlichste, und genau diesen haben wir uns heute ausgesucht. Bereits am Einstieg ist eine Gel\u00e4ndestufe zu \u00fcberwinden, die es in sich hat. 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