Matterhornblick

Zermatt:

Drei Tage Traumwetter mit Matterhornblick. Ein würdiger Abschluss für einen Roadtrip. Trifthütte ist echt der Hammer…der geilste Trail der Welt auf 2700m Flowtrail ohne Ende bis zur Hütte. 
Die Auffahrt erfolgt komplett ab Täsch auf Trail (fahrbar!!!), 400 hm Tragen, max 200 hm auf Schotter hoch.
Im Hotel du Trift Hüttenübernachtung (66–CHF Halbpension und noch mal ein paar Stutz für Kuchen, Kaffee sowie ein paar Kaltgetränke)…
und der Hüttenwirt holt abends echt das Alphorn raus und bläst ein Ständchen. Monte Rosa im rosa Abendlicht gegenüber, nein das ist nicht kitschig, hier ist das 100% authentisch.
Am Morgen danach Abfahrt auf einem S3 Traumtrail nach Zermatt im Morgenlicht!

Dort angekommen geht es gleich hoch auf Unterrothorn 3104 m auf Schotter und Skipiste. Dieses mal komplett hoch kurbeln. Ganz nebenbei habe ich noch kurz eine neue persönliche Bestmarke gesetzt auf dem 3415 m Oberrothorn.

1 h hoch tragen, runter S2/S3 Flowtrail nofoot, onsight (ok hochgetragen, also schon ein bisschen was gesehen) mit spektakulärer Schlüsselstelle (Stahlseil, Abgrund, Sand auf Fels…fahrbar)…dann 2000 hm am Stück (oben parallel Ritzengrat, S0 Ballertrail) über Europaweg nach Täsch (die Treppe hab ich wieder versemmelt, aber ohne Sturz diesmal). Wir haben das Timing optimal getroffen, kein einziger Mensch unterwegs auf der gesamten Abfahrt.

Das große Finale am Tag 3: Gornergart mit Zahnradbahn für 41+6 CHF. Abfahrt auf einem alpinen Steig nach Süden zum Gletscher runter….S3,S4 eine Kletterstelle, sehr geil. Bergschrund auf 30 m Leiter + Brücke, Bike am Rucksack verzurrt (Robert hat seins stehen lassen)…Gletscherquerung, erst runter fahrbar wie auf Teer, dann Spaltenslalom, Grundmoränen, Geröllgeraffel mit Blöcken wie am  dann wieder Spaltenslalom. Alles gut griffig, top markiert von Stange zu Stange. Kein Blankeis, null Risiko… skurrile Situationen Bergführer mit SteigeisenSeilschaften und der Schymik fährt mit dem Bike spazieren 🙂

Danach geht es auf einem Slickrock/Melonenschotter/Steig Aufstieg zur Monte Rosa Hütte hinauf. Oben gibt es einen genialen Gratweg auf der Seitenmoräne zwischen Hütte und Gletscher auf Sand….ich freu auf die Abfahrt. Sehr lockere Hüttenmannschaft, alle cool drauf, interessiert. Publikum, Interviews auf Deutsch und Englisch, Fotos, facebook, das volle Programm.

Abfahrt: ab der Hütte auf dem Grat full Speed, sehr geil mit Standig Ovations auf der Terrasse…außer Sichtweite denn üble Block*** wie am Pitztaler Jöchel. Neben dem Weg sehr schöne Slickrocks, sehr glatt, wenig Grip, einiges fahrbar, aber längst nicht alles, unten wieder so ne EisenstangensteckimFels Passage mit Seil, Aufsteiger in Atemnot, kollabiert beinahe als er mich mit dem Bike sieht…

Danach den ganzen Quatsch wieder auf dem Gletscher zurück tragen, die Leiter wieder hoch. 5 h für´n Kaffee das Bike geschleppt, max 40% sinnvoll fahrbar, den Rest muss man hoch wie runter Tragen. Sehr schöne Landschaft, und wenn man viele blöde Kommentare hören will :-)…aber die Meisten waren sehr sehr coool drauf, auch die Bergführer (was ich mal als gutes Zeichen deute) kann man sich das antun.

Hier an dieser Stelle die eindeutige Warnung: den Trip zur Monte Rosa Hütte braucht man nicht nachmachen! Wer sich durch die folgenden Bilder ermutigt fühlt, tut dies auf eigene Verantwortung und wissend, dass die Aktion eigentlich keinen Sinn macht.

 

Habe mir zum Abschluss denn noch dämlich die Pins ins Schienbein gehauen, 20 m vor der Leiter bei kurzer Stufe bergauf, viel Blut (Schoner am Rucksack)…zu blöd. Ich war evtl. schon etwas platt.

Danach muss man noch ca. 30 min hoch Tragen, unterhalb vom Gornergrat, denn bergauf fahrbar bis Rieneralp…sehr sehr schöne Trailabfahrt. Oben alpin, unten traumhaft durch den lichten Arvenwald nach Zermatt  Abschluss auf dem Trail parallel der Bahn, den wir vorgestern hoch gekurbelt sind…da gibt es wirklich noch ein paar sehr schöne Sektionen zu Fahren. Zermatt hat noch einiges zu bieten…ich muss unbedingt wieder hin

Hiermit endet mein 15-tägiger Roadtrip zu den schönsten Bikespots der Alpen. Abends nach der Tour noch Heimfahrt bis zum Oberalppass, zelten auf dem Pass, Samstag früh  bis Memmingen, denn weiter via Facebook-wer nimmt mich mit?-Aufruf bis heim

Pannenstatistik:

-1 ausgetrocknete Mich am HR, Schlauch rein und ne Stunde Später Durchschlag am Monte Tamaro

-1 Schaltzug abgenudelt, Europaweg, die letzten 50 hm vor Täsch

-1 ausgetrocknete Mich am VR (hätt ich mir ja denken können, Milch liegt im Auto)…Reifen bläst ab auf S4 Trail Richtung Gornergletscher, Ventilschraube läßt sich ohne Zange nicht öffenen, CO2 Patrone + 10x nachpumpen bis Monte Rosa Hütte, dort Zange geliehen, schlauch rein, alles gut

Stürze: keine

632 km auf dem Tacho. Sicher noch ein paar getragen. Höhenmeter waren´s viele, an manchen Tagen über 2000. Tiefenmeter haben wir dank Seilbahnunterstützung noch ein paar drauf satteln können.

 

Kartentipp: SuperTrailMap Zermatt

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Matterhornblick

  1. Dann habe ich hoffentlich nicht zu viel versprochen mit der Trifthüttentour. Die zweite Abfahrt kannst du sicher ein ander Mal nachholen. Wird etwas knackiger und schöner sein als der direkte Downhill 😉
    Gruss aus der Schweiz

  2. Klasse Bericht. Zermatt gehört auch zu unseren Hot Spots und sollte natürlich bei jedem auf der Bike Bucket List stehen. 🙂
    Unser Erlebnis inklusive Hotelempfehlung und was für einen Ausflug mit dem Bike in Zermatt sonst noch gut zu wissen ist findet ihr hier: http://outdoormind.de/bike/biken-in-zermatt

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