Gardasee GPS Bikeguide – 3. Band von Andreas Albrecht

Februar 22nd, 2010

Gardasee GPS Bikeguide

3. Band

von Andreas Albrecht

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Wenn in einem Gardasee Bikeguide, der im vorgangenen Jahrhundert Maßstäbe setzte, vollmundig getönt wird, es seien alle Biketouren am Gardasee enthalten, lässt das Andreas Albrecht das nur milde und nachsichtig lächeln. Allein ein Blick in die Landschaft und in die Landkarten verrät, dass es noch einiges zu entdecken gibt.

Ein Beispiel dafür ist die traumhaft und einsame Runde ins Val di Lomasone. Dort wird man selbst an überfüllten Pfingsttagen kaum einen Biker antreffen. Oder die vielen kleinen Trails zwischen Tenno, Lago di Tenno und Pranzo – kaum begangen, selten befahren.

Alles in nächster Nähe zu den sattsam bekannten Strecken, auf denen man Gefahr läuft im Bikerstau zu stehen wie zu manchen Zeiten auf der Ponale-Straße nach Pregasina.

Die GPS-Tracks und Tourenbeschreibungen stehen online und fürs Handy zur Verfügung. Jederzeit abrufbar über das Tourenportal Trackspace. Mit dieser umfassenden Online-Unterstützung setzen die “Gardasee GPS Bikeguides” Maßstäbe und geben den Standard des 21. Jahrhunderts für MTB-Tourführer vor.

Autor: Andreas Albrecht
Titel:
Gardasee GPS Roadbook 3
ISBN
: 978-3-8391-1418-6
Preis
: 19,90 EUR – Buch inkl. GPS-Daten
Details:
108 Seiten, 33 Touren mit Varianten, alle mit GPS-Tracks
Extras
: GPS Track´s in Zusammenarbeit mit Trackspace

Links:
www.transalp.info
www.transalp.biz
gardasee-gps-roadbook

Bestellung und GPS:

Bestellungen sind auch über den normalen Buchhandel und Online-Händler wie z.B. AMAZON möglich.
Die GPS-Daten kann man unkompliziert downloaden, auch über das Tourenportal Trackspace. Informationen dazu findet man im Buch.

Ein Nachruf

Februar 16th, 2010

Das Canyon von meinem Kumpel Michael hat das Zeitliche gesegnet. Daher ein kleiner Nachruf von mir:
Immer war es uns ein treuer Begleiter, seit 2005 hat es mit uns unglaubliche Touren bestritten, Traumhafte Trails wurden mit ihm gesurft.
Ob Alpencross oder Gipfeltour, ob Tragestück oder Holy Trail.
Immer was es dabei. Bei Regen, Schnee und brütender Hitze.

Immer treu und ohne schwere Mängel.
Aber zahlreiche Schrammen und Beulen zeugen von den erlebten Abenteuern.
Schweißgetränkt, blutbeschmiert und voller Schlamm gespritzt war es oft.
Zahlreiche Sprünge, Stufen und Spitzkehren hat es gemeistert.
Viele Platten, einige Kettenrisse hat es ertragen.
Treu hat hat es gedient, bis zu diesem denkwürdigen Tag im Februar 2010, an dem eigentlich viel zu viel Schnee lag, um biken zu gehen…

kaputtb

nach langer, treuer Gefolgschaft ist es nun geschehen,
darf den Frühling nicht mehr erleben,
der Tiefschnee brach ihm das Genick,
so endet traurig ein Bikeleben.

5 Jahre warst du Diener und Begleiter,
hast alles bestens mitgemacht,
gab nix zu meckern bis zuletzt,
nun hat´s einmal zu viel geknackt.

Danke für alles, du alte Schlampe,
keine war besser bisher.
jetzt wart ich auf KW 17,
dann nehm ich deine torque-schwester her.

__________________
sick sick sick … the number of the trail
Michael Jeltsch
Ein würdiges Ende!
Hier einige Impression mit Michael auf seinem Canyon

Unsterblichkeit?

Januar 31st, 2010

also. auf dem Härtsfeld (Schwäbische Alb, bei Aalen) ist die Tage wohl nix mehr mit Biken drin, einfach zu viel Schnee. Dafür gibt es mächtige Verwehungen:

Da sollte man schier gar Fotos machen , denke ich mir.
Also mail an meinen Kumpel Martin, der hat das richtige Equipment zum Fotos machen zu Hause stehen.
Aber, vor dem Spaß stand erst mal Arbeit:

Material ran schaffen
Mega-Blitz aufbauen
10 Meter Anfahrt ausbuddeln
Absprung mit Sandblechen befestigen

sorgenvoll in die Tiefe blicken: was tu ich hier eigentlich?
Messung der Sprunghöhe
Ich bin so 1,72 Meter groß
2 x 172 = macht so knapp 3,50 m
..nee, da runter
Dann doch lieber mal die Trockenübung ohne Bike:

OK, habe heute irgendwie das komische Gefühl von Unsterblichkeit. Mir kann nichts passieren. Keine Ahnung warum, normal ist das bei mir nicht so.

Dann geht´s los:
also erst einmal anfahren, die Sandbleche testen…OK, nicht ganz so rutschig wie befürchtet.

zurück, Anlauf, Absprung

EINSCHLAG!

Ein Schlag auf den Integralhelm. White out
ich buddel mich aus
wo ist das Bike?
aha, 4 Meter weiter unten liegt es auf dem Teer
irgendwie zu früh weg getaucht, Überschlagen und Schnee gefressen
Der Vorbau ist verdreht, die Handgelenke schmerzen
aber ich spüre:

ICH LEBE!

also, Bike wieder schultern und noch einmal…

Martin hat das finale Foto….2 Überschläge, zwei gute Landungen (auch gestürzt) ein schmerzendes Genick und ein paar Liter Adrenalin später…

Kommentar von Martin:

War wirklich heftig!
Großer Respekt an dich Carsten. Mal abgesehen davon, dass man sowas erst gar nicht macht, hätten wir eigentlich spätestens nach dem zweiten Versuch abbrechen sollen.
Hand verdreht und Bike auf dem Asphalt aufgeschlagen, dann Bike auf den Helm gedonnert, das sollte reichen.
Eigentlich wollten wir ja dann abbrechen, meine fotografische Leistung war bis dahin ja auch nicht so toll. Beide Male hab ich leider viel zu früh abgedrückt!
Aber nach reichlicher Überlegung konnte sich Carsten nicht geschlagen geben, und hat zum dritten Sprung angesetzt!
Und eine perfekte Landung in den Schnee gezaubert! Ross und Reiter stecken sauber im Schnee
Ich hab zwar auch da zu früh abgedrückt aber es wurde schon besser!
Dann kam Carsten die zündende Idee und er hat den Sprung nochmal umgebaut!
Dann war der Sprung perfekt und ich hab fast optimal abgedrückt!!
Tolle Leistung!!
Ich hoffe Hand und Hals sind bald wieder ok.”

hat das  Foto dann einen Tag später  in seine News eingestellt.

5 Tage später ist das Bild auch bei auf der Startseite

Wie man die Nacht zum Tage macht

Januar 29th, 2010

logomytinysun

Zugegeben, als ich das erste mal den Firmennamen der neuen Outdoorlampe MyTinySun  gehört habe, konnte ich mir zunächst einmal nichts darunter vorstellen. Übersetzt man den Namen denn allerdings ins deutsche, dann heißt das soviel wie “Meine kleine Sonne” . Und was kann der Biker nachts draußen im Wald oder auf der etwas länger als geplant ausgefallenen Alpencross -Etappe besser brauchen, als eine kleine zweite Sonne im Gepäck.

War das Mitnehmen von leistungsstarken Lampen bisher mit dem Herumtragen von schweren Akkus oder mit horrenden Anschaffungskosten jenseits von 400,-EUR  verbunden, erhält der Biker mit diesem Produkt erstmals die Möglichkeit, eine echt smarte Lampe mit auf Tour nehmen zu können. Und smart, oder besser gesagt tiny  ist hier sowohl der Preis als auch das Gewicht des gesamten Lampensets. Gerade mal 320 Gramm bringt das ganze System auf die Waage, und der Akku ist kleiner als eine Zigarettenschachtel.

sport900

Prinzipiell bieten sich für die Montage der Lampe zwei Möglichkeiten an:

Die Lampe am Lenker:

Mit einem der 3 mitgelieferten O-Ringe lässt sich die Lampe innerhalb von Sekunden am Lenker fixieren. Dazu nimmt man einfach den O-Ring in der zum Lenkerdurchmesser passenden Länge, hängt Ihn ein und schnallt die Lampe fest. Damit diese nicht verrutscht ist unten am solide gefrästen Halter noch ein kleines Stück Gummi eingeklebt. Die Befestigung ist einfach, nichts wackelt und man kann die Lampe während der Fahrt mit einem Handgriff  schnell noch einmal nachjustieren, um die Leuchtweite den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Genau so schnell ist nAch der Tour die Lampe wieder abgenommen. Dabei bleibt kein störender Lenkeradapter am Rad zurück.

Die Lampe am Helm:

Um es vorneweg zu nehmen: ich bin kein Freund von dieser Lösung. Auch wenn es Vorteile geben mag wie dort hin leuchten zu können, wohin man schaut, und auch bei Reparaturen oder beim Schieben oder Tragen des Rades dort Licht zu haben, wo man es braucht, überwiegen für mich die Nachteile. Die wären zum Beispiel das Gezappel des Lichtkegels, das nicht unerhebliche Gewicht am Helm und auch das Überstehen der Lampe, was auf engen Trails, die durchs Unterholz führen schon mal problematisch werden kann. Die Sport 900 verfügt über einen großen Abstrahlwinkel und ein bestens ausgeleuchtetes Zentrum, ohne die Randbereich völlig dunkel zu lassen. Kurzum: auf dem Lenker montiert ist es in jeder Situation hell genug, so dass eine Helmmontage aus meiner Sicht nicht erforderlich ist. Diese bietet Vorteile bei Lampen mit schlechter Ausleuchtung und spottigem Lichtkegel.

helm1Helm-Montage

Dennoch ist der Helmadapter aus Kunststoff  mit den abgebrachten Klettband schnell am Helm fixiert und die Lampe wird daran wie am Lenker mit den O-Ring befestigt. Der Akku wird im Rucksack verstaut. Sollte das Kabel jetzt zu kurz sein , lässt sich dieses einfach mit der mitgelieferten Verlängerung beheben.

Bedienung:

Verbindet man die Lampe mit dem Akku, blitzt die LED kurz auf. Danach leuchtet im Schalter eine grüne LED, die zeigt, dass der Akku geladen ist. Geht der Stromvorrat zu Neige, wechselt die LED auf rot. Dadurch wird dem Benutzer signalisiert, dass er nun besser im gedimmten Modus weiter fahren soll, um Strom zu sparen. Mit dem Schalter lässt sich die Lampe einschalten. Sie startet mit der maximalen Leuchtkraft. Bei jedem weiteren Tastendruck wird um eine der 4  Dimmstufen zurück geschaltet. Beim vierten Tastendruck steht wieder die volle Leuchtkraft zur Verfügung. Zum Ausschalten der Lampe muss die Taste 2 Sekunden lang gedrückt werden.

sprt900_backDie Sport 900 von hinten mit Schalter

Der Akku am Rahmen:

Der Akku ist in einer kleinen Stofftasche verpackt. Diese wird mit dem integrierten Klettverschluss befestigt. Gesichert wird alles noch einmal durch einen weiteren kleinen Klettverschluss. Diese Befestigung ist schnell, stabil und stört in keinster Weise beim Fahren. Alternativ kann der Akku natürlich anderer Stelle, z.B unter dem Vorbau oder woanders am Rahmen fixiert werden.

akku1Befestigung im vorderen Rahmendreieck

Fahrbericht:

Die Fahrt mit der Sport 900 durch den verschneiten Winterwald ist ein echtes Erlebnis.
Der optimal gestaltete Lichtkegel ist Gauss-förmig, dass heißt konkret dass sich im Zentrum ein sehr heller Bereich befindet. Dieser wird durch direkte Beleuchtung der 4 Emitterflächen der Lampe auf den Boden geworfen. Dieser zentrale Fleck geht ohne Abgrenzung und Kanten langsam in einem weniger stark beleuchteten Bereich am Rande über. Dieser Bereich ist genau so groß, dass das gesamte Blickfeld des Fahrers äußerst angenehm ausgeleuchtet wird. Auch hier ist nach außen kein deutlich abgegrenztes Ende der beleuchteten Fläche erkennbar, was für das Auge äußerst angenehm ist.
Generell ist zu sagen, das das Licht ausreichend ist. Selbst auf kniffligen technischen Trails kommt nie das Gefühl auf, dass das Licht zu schwach ist. Zudem wird das weiße Licht der LED´s rein subjektiv als sehr hell wahr genommen.
Zum Dimm-Modus: Die MyTini Sun Lampe verfügt über 4 Dimmstufen: 100%, 75%, 50% und 25%. Selbst in der niedrigsten Stufe ist ausreichend Licht für Fahrten auf befestigten Wegen oder bergauf vorhanden. Da die Dimmung mittels Pulsweitenmodulation durchgeführt wird, stellt ich besonders bei der 25% Dimmung (Das Licht ist hier 3 Zeiteinheiten ausgeschaltet und nur 1 Zeiteinheit an) ein netter Stroboskop Effekt ein. Die Stollen des Vorderreifens scheinen zu stehen, oder man meint ab und zu sogar der Reifen würde sich rückwärts drehen. Ganz besonders nett ist die Fahrt bei Regen oder Schneefall. Einzellne Tropfen oder Schneeflocken werden als Stiftförmige Blitze wahr genommen. Ein interessanter Anblick, fast wie bei Starwars. Echtes Raumschiff-Feeling also. Neben diesem netten Nebeneffekt steht hier natürlich das Sparen von Strom im Vordergrund. Die Lampe ja nur 25% der Zeit eingeschaltet ist, hält der Akku viermal so lange. Im Allgemeinen wird ab einer Frequenz von über 25Hz, das bedeutet 25 Ein-und Ausschaltvorgänge pro Sekunde das Licht vom Auge als permanent leuchtend, also eingeschaltet und gedimmt wahr genommen.

Mein Fazit zur Nachtfahrt mit der MyTinySun Sport900 ist durchweg positiv. Geniales Licht, sichere Lenkermontage und ein kleiner bei anständiger Standzeit ergeben ein durchweg durchdachtes Beleuchtungssystem, welche eigentlich keine Wünsche offen lässt.

Lieferumfang:

• Sport 900 LED Leuchte

• 3 Stück O-Ringe (Ø 25, 30, 40 mm für unterschiedliche Rohrdurchmesser) zur Montage der Sport 900 LED Leuchte

• Akkucase mit Li-Ion Akku 8,4 V – 4.5 Ah • Klettband zur Montage des Akkucase

• Gummistreifen (Kratzschutz für Montage des Akkucase)

• MyTinySun Sport 900 Ladegerät

• Bedienungsanleitung

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Lieferumfang mit Ladegerät, Lampe, Akku, Befestigungsmaterial

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Akku und mitgeliefertes Verlängerungskabel

Technische Daten:

Leuchteneinheit:

• Einzel LED Leuchte, LED Typ: Seoul Semiconductors SSC P7-D-SXO

• Lichtleistung bis zu 900 Lumen

• Sichtweite: 150 m

• Reflektortyp: Aluminium, hochwertig verspiegelt, „Orange peel“ Struktur für einen homogenen, gleichmäßigen Spot und eine verbesserte Farbtemperatur

• Abstrahlwinkel des Reflektors: 16°

• Leuchtenscheibe: Spezialglas, vergütet und entspiegelt

• Gehäuse und Halterung: Hochwertiges, eloxiertes Aluminium AlSi1MgMn, CNC gefertigt, Laserbeschriftung

• Wasserdichtigkeit: IP65

• Leitungslänge: ca. 45 cm • Akkutyp / Kapazität / Spannung: Li-Ion, 18650, 2S/2P / max. 4,5 Ah / max. 8,4 V

• Intensität 100%: Leuchtdauer ca. 3 Stunden

• Intensität 75%: Leuchtdauer ca. 4,5 Stunden

• Intensität 50%: Leuchtdauer ca. 6 Stunden

• Intensität 25%: Leuchtdauer ca. 12 Stunden

• Temperaturbereich: -20°C – +60°C

• Dimensionen Leuchte: Ø 43 mm, Länge 50 mm

• Dimensionen Akkucase: ca. 40 mm x 40 mm x 70 mm

• Leitungslänge: ca. 25 cm

• Gewicht Leuchte: ca. 110 g

• Gewicht Akkucase: ca. 210 g

Weitere MyTinySun-Produkte:

• Sport 900 Duo-Lampenset:

2 Stück Sport 900 Outdoor Leuchten (keine StVZO Zulassung) mit SSC Einzel LED 900 Lumen
16 Grad Optik (Erstleuchte) bzw. wahlweise 11 oder 25 Grad Optik (Zweitleuchte);

• Pro 900:

Die Pro Version mit noch leistungsfähigerer Elektronik, kundenspezifischer Farbwahl und Programmierung (optional), Positionsleuchte, SOS Blinkcode, größerem Akku und umfangreicher Ausstattung. Auf Wunsch mit Ihrem Namen gelasert (optional)


Bildnachweis:

Alle gezeigten Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von MyTinySun oder es handelt sich um eigene Aufnahmen.

Link: MyTinySun

Spyker der Wadenkompressor

November 22nd, 2009

Spyker1

Als ich vor einigen Wochen erstmals den Spyker, dem Wadenkompressor für Hardcore Biker in den Händen hielt, war ich zunächst einmal verwundert.

Der erste Aha Effekt war schon beim anprobieren zu spüren. Größe XXL, und das bei mir, wo sonst eigentlich schön die Größe S ausreicht. OK, eine halbwegs trainierte Wade braucht hier etwas mehr, was man beim Kauf durchaus beachten sollte.

Ein paar Tage später habe ich die Spiker denn bei unsrer üblichen Trainigsrunde am Dienstag Abend ausprobiert. Zunächst einmal musste ich allen in der Gruppe erklären, was ich da für “Wadenwärmer” trage, und wozu denn das bittschön an einem schwülheißen Sommertag.

Unsere Trainingsrunde am Dienstag Abend ist schnell,  das Terrain ist wellig, die Anstiege sind maximal 200 Höhenmeter am Stück lang. Am Berg wird verbissen gekämpft, oben wird die Gruppe wieder vereint, was bedeutet: Wer zuerst oben ist, darf warten und seine Muskulatur übersäuern.  Außer diesen Pausen gibt es keine Gelegenheit zur Erholung, denn bergab wird auf schnellen und zum Teil kniffeligen Trails gefahren. Eine Mischung, die selbst gut trainierte Racer nach 1000 bis 1200 Höhenmetern auslaugen kann. Schwere Beine und der eine oder andere Krampf beim Stammtisch danach ist eher die Regel, statt eine Ausnahme.

Doch heute ist bei mir alles anders. Die übliche Ermüdung in den Beinen bleibt aus. Die Waden sind auch nach über 3 Stunden noch frisch und ausgeruht. Unglaublich, aber ich bin bereits nach dem ersten Einsatz der xbionic Spiker voll und ganz von deren Funktion überzeugt.

flaechigekompressionpartialkompressionDas Thema Kompression ist zwar schon seit einigen Jahren vor allem im Ausdauersport bekannt, wird aber bisher oft falsch eingesetzt. Denn nur eine partielle Kompression ermöglicht eine echte Leistungsteigerung und einen ungehinderten Blutaustausch in den Gefäßen. Dagegen wird bei der herkömmlichen Kompression, wie diese vor allem nach Operationen im Krankenhaus gegen Thrombosen eingesetzt wird, das Gewebe flächig gequetscht.  Dies hat bei ruhig liegenden Patienten sicherlich seine Berechtigung, ist aber bei aktiv bewegter und somit zu kühlender Muskulatur definitiv kontraproduktiv.

Interessant in diesem Zusammenhang vor allem der kühlende Effekt durch die einzigartige Partielle Kompression, die letztendlich für mehr Leistung sorgt:

Denn je nach Intensität benötigt der Athlet bis zu 97 Prozent der aufgewendeten Energie nicht für den Sport, sondern für seine Thermoregulation. Die entstandene Überschuss-Wärme muss der Körper schnell nach außen abgeben, da die Kerntemperatur sonst über die kritische Temperaturgrenze und damit magische Zahl von 37 °C steigt. Je weniger Energie er für die Kühlung seines Körpers benötigt, desto mehr kann er für seine sportliche Leistung einsetzen.

SpykerDie Thermoaufnahmen  zeigen die kühlende Wirkung des Spykers wie die des klassischen Wadenwickels beim Senken von Fieber deutlich. Die blaue Färbung am mit dem Spiker bewaffneten Bein zeigt diesen Effekt.

Fazit: Die Spiker sind auf den ersten Blick sicher ungewöhnlich und erklärungsbedürftig, ermöglichen im Einsatz beim Training oder im Rennen aber eine deutliche Leistungssteigerung. Wer öfters über Krämpfe klagt oder nach einer harten Tour noch tagelang schwere Beine hat, sollte dieses Produkt unbedingt einmal ausprobieren.

Funktionsprinzip: Partielle Kompression, das heißt nur viele kleine wenige Quadratmillimeter große Bereiche der Wade werden komprimiert. Dies ermöglicht eine optimale Thermoregulation sowohl bei Wärme als auch bei Kälte.

Nützliche Nebeneffekte: Im Sommerschützen die Spiker die Schienbeine auch noch vor der Berührung mit  lästigen Brennnesseln und anderem üblen Gewächs.

Bildnachweis: Alle Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von X-Bionic®

Link: X-Bionic®

Weitere Produkte von: X-Bionic

Transalp Roadbook 5…die neue Ausgabe

Oktober 29th, 2009

roadbook5-2_0Als ich vor etlichen Monaten das Manuskript des Transalp Roadbook 5 von Andreas Albrecht zum ersten mal gelesen habe, war mir eines sofort klar: Das ist der Knaller schlechthin! Atemberaubende Landschaft, schroffer Fels und senkrechtes Felswände. Und dazwischen eine Route die vor Highlights nur so strotzt. Keine langweiligen Schotterabfahrten, keine Überführungsetappen durch Tal, sondern Alpencross in Reinstform: Steil hoch, oft das Bike getragen oder geschoben. Dann ein kleiner Pass, allesamt über 2500 Höhenmeter hoch gelegen. Der Blick geht in ein eng eingeschnittenes Tal, der Trail nur handtuchbreit und mit unzähligen Spitzkehren garniert. Dann Folgt wie Appi so gerne zu sagen pflegt: “ein flowigert Trail”. Doch hiermit ist Vorsicht geboten. Denn wer bisher nur im Mittelgebirge unterwegs war, ein 9 kg leichtes Hardtail fährt und an seinen Füßen Klickpedalschuhe trägt, wird sein blaues Wunder erleben. Denn auf der Route ist vor allem eines gefragt, und das ist 100% Bikebeherrschung und Spaß an technisch anspruchsvollen Abfahrten. Zudem natürlich alpine Erfahrung und eine verlässliche Ausrüstung.

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Inzwischen hat sich auf der Route, die der Tiroler Naturbursche Appi entdeckt hat, einiges getan. Neue Übergänge wurden erforscht und die Route somit nochmals um einige hochalpine Varianten ergänzt. Nun ist die Sache rund und das Konzept geht auf. Man startet in Nordtirol, fährt nach Südtirol und die Tour endet im Dorf Tirol.

Grund genug für den Buchautor Andreas Albrecht die zweite Auflage des Roadbooks zu veröffentlichen. Hierin enthalten sind nun auch die Varianten über die Maurerscharte und das Spronser Joch. Ansonsten bleibt Andreas bei seinem Konzept: klein und leicht genug, um auf der Tour dabei zu sein. Dennoch sind alle notwendigen Informationen wie Höhendiagramme und Übersichtskarten dabei. Ergänzt werden die kurzweiligen Tourberichte durch schöne Fotos von der Strecke. Selbstverständlich sind zu allen genannten Pässen aus dem Buch bei Andreas Albrecht GPS Daten sowie Scans von KOMPASS-Wanderkarten mit der eingezeichneten Strecke erhältlich.

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Das Fazit: die Trail Transalp Tirol hält was sie verspricht: Tragen, Trail und Technik. Ich weiß wovon ich spreche, denn ich bin die Tour letzten September selber gefahren.

Erhältlich ist das Buch wie immer über den Buchhandel, bei Amazon sowie in den Onlineshops von Andreas Albrecht und der AtelierBuscheMEDIA.
Zudem wurde die Trail Transalp Tirol letzten Sommer verfilmt. Die lustige und beeindruckende DVD ist ebenfalls bei den oben genannten Händlern erhältlich.

Webseite von Appi

Webseite von Andreas Albrecht

Shop:

Buch von Andreas Albrecht bei Amazon kaufen

Das Roadbook 5 Trail Transalp Tirol im Onlineshop bestellen.

Die DVD Trail Transalp Tirol im Onlineshop bestellen.

Besuch in Mordor

September 27th, 2009

Wir waren heute mal wieder in den Bergen zwischen Vorarlberg und dem Prättigau unterwegs.

HAMMMER!!!

Zunächst einmal 1000 hm Schotter hoch kurbeln zu einer Hütte, dann  600 hm schieben, Tragen und z.T. sogar Fahren bis zum Gipfel.
Die oberen 450 hm sind so eine riesige Slickrock-Kalksteinplatte mit z.T. metertiefen Erosionsrinnen drin. So quasi ein Kalksteingletscher.

dazu bizarre Optik mit Felswänden und Nebelfetzten, Steinmänner säumen den Weg. Wir kommen uns vor wie in einer anderen Welt.

Zwischen den Felsen immer wieder loses Zeugs, Geröll, einzelne Steinbrocken,  wir überlegen uns schon mal eine Linie für die Abfahrt…führt uns diese doch auf dem Selben Weg zurück.

mordor

Dann der Gipfel. Oben ca. 100 Bergsteiger, Klettersteiggeher..allesamt ziemlich verwirrt uns hier oben mit dem Bike an zu treffen. Fotos werden ausgepackt, einige wollen sogar Bilder mit uns machen.

Abfahrt: gleich am Gipfel ist eine hässliche S4. Da hab ich mich denn gleich mal auf die Fresse gelegt, vor den ganzen Zuschauern :-)
Ansonsten wie Les Diableretes, immer ein Mix aus Fels und Geröll. Im Prinzip alles fahrbar, sehr anstrengend, da mehrere kleine Gegenanstiege überwunden werden müssen.
Oft ist es schwer die richtige Linie zu sehen oder zu finden. Schnell steht man wieder an so einer tiefen Spalte.
Fels hat unglaublichen Grip für Kalk.

Michael hat kurz vor Ende der Felspassage seinen obligatorischen Durchschlag. Ich liege in der Wiese und genieße die Sonne.  Es geht weiter. schneller Trail, Erosionsrinne im erdigen Boden, Steine. Keine 3 Minuten später liegt Michael im Gras, genießt die Sonne und ich versorgen meien Durchschlag. Ausgleichende Gerechtigkeit.

Ab der Hütte  Flowtrail, 150 m Gegenstieg, dann 1000 m runter ins Tal, oben verblockter Trail, Spitzkehren, unten extrem steiler Wurzeltrail.

Fazit: Hammertour, 2000 hm und and down, 1800-1900 hm auf Trails runter!!!!

Knapp 30 km gefahren sind wir. Jetzt kann ich meinen Lenker kaum noch halten, die Linke Hand hat oben beim Sturz doch was abbekommen. Was soll´s? Die Saison ist beendet, die Tour war klasse, wir sind glücklich.

Hier Bilder von der Tour. Viel Spaß

Warum gibt es zu dieser Tour keine detaillierte Beschreibung oder GPS Daten?
Grund: Vertrider Ehrenkodex

Kompass Karte Nr. 32: Bludenz, Schruns, Klostertal

Digitale Kompass Karte: Vorarlberg

DVD: Trail Transalp Tirol – Auf Traumtrails von Seefeld nach Meran

September 24th, 2009

Die Trail Transalp Tirol ist der Alpencross für Singletrail-Liebhaber. Knackige Anstiege mit Tragepassagen ermöglichen das Vordringen in bisher unberührte Bike Eldorados. Der atemberaubenden Kulisse der Tiroler Bergwelt war man mit dem Bike noch nie so nah. Mit dabei sind aber auch Transalp Klassiker wie der Übergang über die Schneebergscharte und der Anstieg zur Lazinser Alm. Die Gruppe von drei Bikern führt Markus Apperle mit Fachwissen, Witz und sportlichem Ergeiz.

Ich habe gerade erfahren, dass die DVD´s schon aus dem Presswerk gekommen sind. Diese kann ab sofort unter www.abenteuer-alpencross.de bestellt werden. Ausgeliefert wird die DVD dann ab dem Premierentag am 29.09.2009.

Mein Bruder Roland ist gemeinsam mit dem Tourentdecker Appi   im Julidie Trail Trans Tirol gefahren und hat dabei gefilmt.

Filmpremiere:

Die offizielle Filmpremiere zu: “Trail Transalp Tirol – Auf Traumtrails von Seefeld nach Meran”
am 29. September 2009 um 20:30 Uhr im Alpinen Museum München.
Mit freundlicher Unterstützung des M97 – DAV Sektion München.
Eine weitere Vorführung ist auch am 1.10. in KoKi Esslingen.
Österreich-Premiere: 23. Oktober 2009 um 20:00 Uhr in in der Villa Blanka in Innsbruck.
Spezial Guest’s: Andreas Traxl (Fahrradprofi) und Stefan Gatt (Extrembergsteiger).

Trailer:

Hier gibt es den Filmtrailer zur Trail Transalp Tirol zu sehen.

Pressetext:

Hier könnt Ihr den ofiziellen Pressetext zur DVD ansehen

Bestellung:

Die DVD kann jetzt im Onlineshop bestellt werden. Die Lieferung erfolgt ab dem 29. September 2009.

Transtirol Tag 7: im Reiche des Bären

September 10th, 2009

Heute ist der letzte Tag unserer Tour. Wir haben Tirol durchquert und nach der gestrigen Etappe die Brenta erreicht. Bereits auf meinem ersten Alpencross vor 11 Jahren habe ich diesen imposanten Gebirgszug besucht. Heute werden wir den ersten Teil der Etappe genau auf der Route von 1998 zurücklegen. Danach gelangen wir über den spektakulären Passo Gaiarda hinab zum Molvenosee.
Beim Start heute Morgen ist es ziemlich kalt. Gerade eben noch haben wir das unerwartet reichhaltige Frühstück im Albergo Miralago einverleibt, schon geht es auf steilen Rampen bergauf. Die Betonpiste hinauf zur Malga Pozzol auf 1632 Metern ist an einigen Stellen bis zu 30% steil. Hier wird es an einigen Stellen mit dem Rucksack auf dem Rücken fast unmöglich im Sattel zu bleiben. Zwischendurch gibt es aber immer wieder flache Abschnitte, auf denen man etwas regenerieren kann.
An der Alm endet der Schotterweg. Fortan müssen die Bikes bis auf die Hochfläche der Brenta, die sich auf 2000 Metern Höhe erstreckt, geschoben und getragen werden. Wir passieren noch die Malga Flavona und überschreiten schließlich die Baumgrenze. Dann schiebt sich langsam der Mont Turrion Basso mit seiner einzigartigen Silhouette ins Blickfeld.

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Er wird für die nächste Stunde unser ständiger Begleiter zur Rechten sein. Links von uns stehen mit ihren fast 600 Meter hohen senkrechten Wänden weit mächtigere Berge. Und der Blick nach vorne zeigt uns schon unser Ziel, den Passo Gaiarda.
Die grasbewachsene Hochfläche ist stellenweise gut befahrbar. Die Steigung ist annehmbar, der Untergrund größtenteils gut. Dennoch müssen wir immer wieder absteigen und die Bikes über längere Strecken schieben.
Auf knapp 2200 Metern erreichen wir schließlich den Abzweig zum Passo Gaiarda. Ab hier können wir die letzten 50 Höhenmeter bis zum Pass wieder alles fahren.

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Wir befinden uns auf einer alten Militärstraße, die entsprechend gut ausgebaut ist. Hier oben kommen wir immer näher an die beeindruckenden und hohen Felswände des Monte Fibbion. Oben angekommen rasten wir kurz an einer windgeschützten Stelle.
Der Blick auf die Abfahrt sieht vielversprechend aus. Der Weg 301 führt quer durch extrem steile Schotterbänder, ist oft nur handbreit.

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Wenn man sich nach wenigen Metern an den ungewohnten und nicht immer berechenbaren Untergrund gewöhnt hat, kann man darauf ganz gut abfahren. Einfach Bremsen auf und laufen lassen, etwas Vertrauen in die Federung und es klappt. Aber wehe man lässt sich von den tiefen Wasserrinnen die den Trail immer wieder kreuzen oder einigen größeren Brocken aus der Fahrt bringen. Dann dauert es wieder eine ganze Weile, bis die Räder wieder rund rollen. Die Schotterhänge sind derart steil, dass wir an einigen Stellen sogar kleine Lawinen auslösen, die hinter uns ins Tal rutschen. Erschwert wird die Abfahrt zudem durch die ungewohnte Optik: der schmale Pfad durch das Geröll unterscheidet sich kaum von der Umgebung, alles grau in grau.
Oberhalb der Malga Spora ändert der Trail seinen Charakter vollständig. Enge Serpentinen, tief eingewaschen in den Untergrund erfordern höchste Konzentration und fahrtechnisches Können auf höchsten Niveau. Mir gelingt es diese schwere Sektion fast fehlerfrei zu durchfahren.
Wir passieren die malerisch gelegene Alm und überwinden einen kurzen Gegenanstieg. Schließlich erreichen wir die Baumgrenze. Einige Abzweigungen von schönen Wanderwegen werden gequert, wir  bleiben jedoch auf dem Weg 301. Dieser verläuft jetzt gut fahrbar und flowig durch den Wald. Dann die Entscheidung an einer Weggabelung: weiter auf dem 302 nach Spormaggiore oder bleiben auf dem 301 direkt nach Andalo. Wir bleiben.
Das bedeutet zunächst, dass der Trail nun weniger fällt und parallel zum Hang verläuft. Einige Male müssen wir schieben, denn es geht wieder bergauf. Wir denken zunächst, dass der Weg bald in das tief eingeschnittene Tal führen wird, erkennen dann aber, dass er sich direkt der senkrechten Felswand zu unserer Rechten zuwendet. Zudem wird der Weg immer ausgesetzter und der Abgrund links von uns fällt ins Bodenlose. Schließlich befinden wir uns auf einem nur lenkerbreiten Felsband, rechts ein Stahlseil, links nichts als gähnender Abgrund.

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Jetzt nur keinen Fehler machen, vorsichtig fahren und am kleinen Hindernis doch besser absteigen, festhalten, das Bike schieben. Nach wenigen Metern ist dieser Nervenkitzel zum Glück vorbei. Wir stoßen auf einen Schotterweg.

Bereits nach wenigen Metern verlässt der 301er den Schotterweg wieder. Er entpuppt sich in diesem Bereich als flowiger Spaßtrail durch den Wald. Weiter unten wird offensichtlich, dass er hier regelmäßig mit Bikes befahren wird. Eine deutliche Ideallinie ist daher eingefahren. Der Weg führt uns hinab bis nach Andalo. Schnell passieren wir den wenig einladenden Ort und fahren neben dem Bach auf einem Schotterweg hinab nach Molveno.
Unser nächstes Ziel, den Monte Gazza hätten wir auch direkt von Andalo erreichen können. Da Michael die unattraktive Route durch das Skigebiet schon kennt und wir wissen, dass man unten vom Seeufer aus wesentlich angenehmer hoch fahren kann, entscheiden wir uns für diesen kleinen  Umweg. Nützlicher Nebeneffekt hiervon ist zudem, dass wir am Molvenosee noch kurz in einem Hotel am Strand einkehren können, um eine Kleinigkeit zu essen.
Dann geht es los, die letzten 1000 Höhenmeter dieser Alpentour werden in Angriff genommen. Steil führt der Schotterweg durch den Wald nach oben. Es ist schwül und heiß, daher ist das alles hier eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit. Der Schotterweg führt auch nicht bis auf den Berg, sondern wendet sich irgendwann wieder zurück in Richtung Andalo. Da wollen wir natürlich nicht hin. Statt dessen müssen wir einen kleinen Wanderweg hoch schieben. Wir suchen zunächst den richtigen Einstieg, dann aber ist der Weg nach oben eingeschlagen. Der weitere Weg verläuft noch ziemlich zäh und wellig bis hinauf zum Passo di San Giovanni. Jetzt noch wenige steile Meter durch den Latschenkiefernwald, dann ist es geschafft. Wir haben den letzten Berg dieser Tour erklommen. Inzwischen steht die Sonne schon wieder tief am Himmel, das Ziel der Gardasee ist noch weit. Wir passieren eine Kuppe, dann eine Kurve, dann erblicken wir ihn. Ganz unten im Tal, gerade noch am Horizont zu erkennen: der Gardasee. Wir fahren schnell den staubigen Weg hinab, die Sonne ist bereits rötlich eingefärbt. Ein emotionaler Augenblick, nach 7 harten Tagen. Der Augenblick könnte perfekt sein, würde Michael jetzt nicht plötzlich nach rechts in die Wiese steuern: Plattfuß. Schnell ist der Schlauch gewechselt, weiter geht´s. Auf dem Trail 602 fahren wir ab nach Ranzo. Der Weg ist steil und verblockt. Ein letztes Mal wird das Material gefordert, die volle Konzentration im Kopf und die Beherrschung der Fahrtechnik sind ebenfalls unerlässlich.
In Ranzo wollen wir eigentlich einen Trail nach Sarche befahren. Doch trotz GPS Track gelingt es uns nicht auf Anhieb den richtigen Einstieg zu finden. Für lange Suchaktionen und Experimente fehlt uns jetzt aber die Zeit und die Motivation. Daher findet die letzte Abfahrt hinab zum Lago Toblino völlig unwürdig auf dem betonierten Radweg durch das Val Rusa statt.
Von Sarche aus fahren wir weiter auf der beschilderten Mountainbikeroute nach Dro und schließlich nach Arco. Der teilweise grobschottrige Weg wartet noch mit einigen ungeplanten Gegenanstiegen auf, ist aber alles in allem sehr empfehlenswert. Ab Arco für uns der beidseitig mit blühenden Oleanderbüschen gesäumte Weg bis nach Torbole. Die Sonne ist bereits untergegangen, als wir am Mecki vorbei kommen. Auf dem Campingplatz erwartet uns bereits Suse mit kühlem Bier. Es ist geschafft.

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Nach dem Pizzaessen hat keiner von uns mehr die Kraft und die Lust das Zelt aufzubauen. Daher verbringen wir die letzte Nacht unserer Tour im Dreck. Wir liegen auf der Isomatte,  verstreut zwischen den Bikes und dem unterliegendem Gepäck auf dem staubigen Boden des Campingplatzes.
Die nächsten zwei Tage verbringen wir gemütlich mit Grillen und Baden…Am Sonntag wird Michaels Sharan bis zur Belastungsgrenze mit 5 Bikes, 6 Personen und jede Menge Tour- und Campinggepäck beladen und wir treten die Heimreise an. Ach so, ab der zweiten Nacht haben wir denn doch im Zelt geschlafen.

Fotos:

von Tag 7

Strecke:

Lago di Tovel
Pso Gaiarda
Molveno
Pso. San Giovanni
Monte Gazza
Ranzo
Sarche
Gardasee

Unterkunft:

Campingplatz Torbole

Statistik:

Unterwegs: 11:30 h
Fahrzeit: 7:32 h
Höhenmeter hoch: 2174 m
Höhenmeter hoch getragen: 500 m
Höhenmeter runter: 3245 m
Kilometer lt. Tacho: 70,2 km
Kilometer ges: 75 km

GPS-Tracks:

kostenlos
vom Lago di Tofel durch die Brenta zum Molvenosee und über den Monte Gazza bis zum Gardasee

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Transtirol Tag 6 …Überführungsetappe

September 9th, 2009

Wütend erhebe ich meinen rechten Arm und drohe diesem Berg mit der Faust. Uns war ja schon bei der Tourplanung klar, dass der heutige Tag nach den grandiosen Trails der letzten Tage nicht so der Bringer sein wird. Aber dass die ganzen Abfahrten derart sinnlos auf Schotter verlaufen würden und wir fast jeden Höhenmeter so völlig spaßfrei vernichten würden, das war weder geplant noch gewollt. Ja da steht er nun, dieser Monte Ozul. Ein völlig überflüssiger Berg, um den man bei einer Alpenüberquerung getrost einen großen Bogen machen kann.
Dabei hat der Tag heute morgen gar nicht so schlecht begonnen. Zwar war das erwartete Dolomitenpanorama von Dunst und Wolken verhüllt, aber die Stimmung passte zu den Trails auf und über die Rauherbühl bis hin zur Staffleralm. Bergauf gerade noch so fahrbar, bergab zum Teil schön erodiert und tricky, so wie es uns eben gefällt.An der Alm stehen ein paar schöne langhaarige Hochlandrinder rum. Wir fahren zwischen ihnen hindurch.

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Ab der Alm dann ganz unerwartet eine extrem steile und anspruchsvolle Abfahrt ins Ultental. Dann hangeln wir uns lange am Hang entlang, entdecken noch einen hoch über dem Tal verlaufenden Schotterweg und ersparen uns einige Höhenmeter in Richtung St. Walburg. Gut den einen, ca. 200 Höhenmeter langen Gegenanstieg haben wir bei der Planung übersehen, aber es gibt Schlimmeres. Frank nutzt die Gelegenheit sich ein verbissenes Rennen mit einem Tourenradler zu geben.
Nach der Überquerung der Staumauer ist erst einmal Schotterweg hoch drücken angesagt. 700 Höhenmeter hinauf zur Spitzenalm. Inzwischen verziehen sich die Wolken und der Weg geht in einen Trail über. Glanzer Joch soll der Übergang heißen. Dieser Name ist weder auf der Karte eingezeichnet, noch vor Ort wirklich als Pass zu erkennen. Vielmehr folgt man einem Höhenweg bis zur Gampenalm. Irgendwo dazwischen ist wohl der Pass. Wir rasten auf einer Bank, verspeisen unten im Tal gekauften Käse, Wurst und Brot. Evtl. steht auch genau diese Bank auf dem Joch, wer weiß es. Nach der Alm geht es weiter auf einem Trail, immer wieder auf und ab, zum Teil von Kühen zertrampelt, dann wieder gut fahrbar. Immer wieder sind steile Gegenanstiege schiebend zu bewältigen. Am Hofmahdjoch endet diese wenig effektive Fortbewegung. Mir liegt ständig der Song auf den Lippen: „Das ist die versteckte Welle, und die den ganzen Tag“. OK, das war im Original etwas anders, aber zu dem was wir hier treiben passt es ganz gut.
Die nächsten paar Meter fahren wir auf einem Schotterweg. Dann biegen wir ab in Richtung Laureiner Alm. Der Trail ist zunächst völlig unfahrbar, wird aber schnell besser und macht stellenweise sogar Spaß. Doch auch hier sind viele versteckte Wellen und kleine Gegenanstiege zu überwinden. Zudem ist nun in dem bewaldeten Gebiet von Panorama keine Spur mehr vorhanden. So richtiges Alpencross-Feeling will heute einfach nicht aufkommen. Im heimischen Mittelgebirge würden wir uns über den Trail hier sicherlich freuen, aber hier nicht. Daher sind wir ganz froh, als wir schließlich die Malga di Brez erreichen und dort einen Jeep stehen sehen. Die Freude währt nur kurz, denn die nun folgende Abfahrt verläuft völlig unspektakulär auf einem Schotterweg. Wir queren das Brenzer Joch, ein Straßenpass, der genau von Ost nach West verläuft, während wir ja von Norden nach Süden fahren. Hier verzetteln wir uns trotz GPS Track kurz in den zwei von 3 möglichen Abzweigen. Doch schnell ist der richtige Weg gefunden und wir fahren hoch über dem Talgrund in Richtung Monte Ozol. Wir erreichen den Passo Gioval. Die letzten 200 Höhenmeter im Kiefernwald sind auch schnell überwunden, dann stehen wir auf dem Monte Ozol. Wir sind gespannt auf die Abfahrt. Über 900 Höhenmeter Downhill hinab nach Cles. Pustekuchen! Schon nach wenigen Metern endet der Trail und wir stehen auf einem Schotterweg. Ja wie, abfahren hier? Das geht doch mal ganz und gar nicht. Die Karte zeigt nur diese eine rote Linie. Aha, dies bedeutet Schotterweg, langweilig! Wir fügen uns in unser Schicksal und fahren notgedrungen ab. Eine paar wenige Serpentinen können wir noch auf einem steilen Nebenweg abkürzen, dann stehen wir an den Sendemasten. Einzige Abwechslung auf dieser unschönen Abfahrt ist ein abgebranntes Stück Wald.

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Kurzzeitig wird so der Blick frei auf den Lago die Cles. Auch die verkohlten Bäume sehen ganz interessant aus. Unten in Revo angekommen machen wir uns auf der Straße auf den Weg in Richtung Brücke. In einer Kehre finden wir noch eine Bar. Schnell stärken wir uns mit ein paar Panini belegt mit deftiger Salami. Dazu eine Cola. Der freundliche Barbesitzer führt auf unsere Bitte hin noch ein Telefonat mit dem Albergo Miralago oben am Lago die Tovel. Somit ist auch für heute die Übernachtung gebucht. Uns trennen aber noch 25 km Strecke und über 600 Höhenmeter von diesem Ziel. Das könnte knapp werden, die Ankunft bei Tageslicht ist bereits jetzt in Frage zu stellen.
Die Straßenkilometer bis Tuenno sind wie erwartet ätzend. Erst als wir den kleinen Abzweig am Ortsende passiert haben wird es ruhiger. Wir machen uns auf hinein in das Herz der Brenta zu fahren. Auf der kleinen Straße ist natürlich heute Abend nichts mehr los. Sie führt zunächst relativ flach am Bach entlang, um sich dann immer wieder in steilen Serpentinen nach oben zu arbeiten. Zunächst gelingt es mir an Franks Hinterrad zu kleben. Bald sind Michael und Günter hinter uns nicht mehr zu sehen, dann hängen wir auch Klaus noch ab. Irgendwann ist auch bei mir Schluss und ich muss Frank ziehen lassen. Keine Schande, wiegt doch sein Bike über 4 kg weniger als meines. Als ich oben ankomme wartet er schon an Parkplatz. Wir beschließen gleich bis zum Albergo durchzufahren. Inzwischen dämmert es. Wir bestellen gleich bei der Ankunft 5 Bier, so dass unsere Gefährten, die nur wenige Minuten nach uns eintreffen, gleich ihren Durst löschen können.
Nach dem Duschen genießen wir eine leckere und üppige bestückte Grillplatte, serviert auf einem heißen Stein. Nicht jeder Tag ist ein Trailtag, aber wenn er so endet ist ihm noch einmal verziehen.

weiter zu Tag 7

Fotos:

von Tag 6

Strecke:

Vigiljoch
Rauchbüel
St. Pankraz
Spitzner Alm
Glazner Joch
Laurein Alm
Brezer Joch
Mte Ozol
Lago Cles
Tuenno
Lago di Tovel

Unterkunft:

Albergo Miralago: +39 0463 450 090

Statistik:

Unterwegs:                    10:30 h
Fahrzeit:                         7:33 h
Höhenmeter hoch:     2515 m
Höhenmeter hoch getragen:    50 m
Höhenmeter runter: 3083 m
Kilometer lt. Tacho:   81,7 km
Kilometer ges:              82 km

GPS-Tracks:

kostenlos
vom Vigiljoch über das Glanzer Joch nach Tuenno und in die Brenta

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