3 Länderenduro

Hier kommt ein Spotcheck vom 3 Länder Enduro am Reschenpass:
Wir sind mit meinen Töchtern (11 und 13) eine Woche in Reschen. Für 99,- Euro gibt’s das Ticket für 4 Bergbahnen. Kinder unter 14 Jahren sind kostenlos dabei.

 

 

 

 

Die Singletrails sind wirklich Enduro. Bedeutet hier gibt es kaum glatt planiert Murmelbahnen wie z.B. in Sölden. Viele Trails führen am Hang entlang und haben immer wieder Gegenanstiege.

Wer hier her kommt, sollte also schon etwas Erfahrung und die notwendige Fahrtechnik beherrschen.

 

Zwischen den einzelnen Bahnen gibt es immer wieder Transferstrecken, die auch mal bergauf gehen.
Landschaftlich ist es sehr schön, tolle Blicke auf den See und die Ortlergruppe.

 
Die Singletrails sind gut angelegt und werden auch regelmäßig gewartet.

Leider sind einige davon sehr mitgenommen und sanierungsbedürftig (vom Grünen See zum Schwarzen See und der Green Trail).

Hier fehlt ein Entwässerungskonzept und eine eindeutig vorgegebene Linie. Vorbildlich umgesetzt wurde dies an der Bergkastelbahn.

Die Kinder kommen erstaunlich gut mit den anspruchsvollen Singletrails zurecht und sind auch bereit die Transferstrecken zu bewältigen. Ich hab aber für längere Anstiege eine Reepschnur zum Abschleppen dabei.

 

 

 

 

Nach einem Regen trocknen die meisten Trails schnell ab und sind auch bei Feuchtigkeit noch gut zu befahren.
Am und um den Reschensee und Richtig Nauderes gibt es einen gut ausgebauten Radweg. Überall an den Strecken gibt es Einkehrmöglichkeiten. Teils auf Almen und Bauernhöfen wo es heimische Produkte gibt.

 

 

 

Historisch wertvoll und sehenswert sind Bunkeranlagen und Panzersperren zum Beispiel am 3 Ländertrail oder auf dem Plamort. Unterhalb von Nauders kann man eine Festungsanlage besichtigen. Hier beginnt auch die Wanderung auf dem Kaiserschützensteig.

 

 

 

Auch für Tourenbiker gibt es viele Möglichkeiten. Wir haben zudem den Piz Lad bestiegen. Eine rassige BBS Tour mit langer Tragepassage uns fahrtechnisch anspruchsvoller Abfahrt.

Zu den Trails

Haideralm:

Eine der zwei schwarzen Stecken führt verwurzelt und über mehrere Steilpassagen nach St Valentin an Südufer des Reschensee. Alternativ dazu gibt es eine blaue Line, die oben zunächst einfach im Zickzack über die Skipiste führt, dann aber im Wald verschwindet und meist parallel zur schwarzen Abfahrt zur Talstation führt. Der Plattwegtrail führt in Richtung Norden und über den Gorftrail zur Talstion der Schönenebenbahn. Alternativ kann man auch über den Greintrail zurück nach St. Valentin fahren. Alle Trails sind von sehr natürlichen Charakter mit Wurzeln, Felsen und Tretpassagen bestückt. Definitiv keine Murmelbahnen.

Schöneben:

Diese  Seilbahn ist der Startpunkt der roten Schönenebenabfahrt. Eine der schönsten Strecken im ganzen Gebiet führt abwechslungsreich und anspruchsvoll zur Talstation. Als Alternative dazu kann man die blaue Spintrailabfahrt wählen. Zwar ist auch dieser Trail nicht wirklich blau und einfach, aber dennoch gut zu fahren. Die eigentliche Herausforderung liegt hier so wie schon am Plattweg nicht in der technischen Schwierigkeit an sich, sondern darin in den zahlreichen Gegenanstiegen und Flachstücken mit genug Schwung und Tempo durch zu kommen, ohne dass allzu viel Kraft und Energie dort verpufft. Im Anschluß kommt man auf den Gorftrailder zurück zur Talstion der Schönenebenbahn führt. Alternativ kann man auch über den Greintrail nach St. Valentin fahren.

Die dritte Variante ab Schöneben ist der lange Transfer über die Reschneralm zum Dreiländertrail. Zunächst fährt man dazu die rote Abfahrt runter, quert dann die Straßem ins Roiental und bewältigt auf einem geschotterten Forstweg den knapp 300 Höhenmeter langen Gegenanstieg zur Reschner Alm. Nachdem man eine alte Festung der ehemaligen Grenzanlagen passiert hat beginnt die Abfahrt zum grünen See. Vorher kann man noch einen Abstecher zum Dreiländerstein machen. Nach dem grünen See führt ein echtes Wurzelmonster zum schwarzen See. Bei Nässe definitiv eine Ansage!

Hier hat man denn über Schotterwege Anschluss zu den Trails am Mutzkopf.

Mutzkopf:

Hier erwarten und gleich ein ganzes Bündel von Abfahrten. Vom schwarzen und schweren Elventrail, der steil und anspruchsvoll in einer Rinne hinab führt bis zu den einfacheren Kreuzmoostrail oder das Riatschwegele einem gebauten Flowtrail für technisch weniger versierte Fahrer. Ergänzt wird das Angebot rund um den etwas antiquierten Sessellift noch durch den Green Trail.

Bergkastelbahn:

Hier finden wir eine echte Murmelbahn, wie wir sie auch aus anderen Bikegebieten kennen. Trotzdem gut gemacht, sehr abwechslungsreich und niemals langweilig über Wellen, Anlieger, Holzbrücken direkt zurück zur Talstation. An der Sieralm kann man zudem in Richtung Plamort abbiegen. Neben der bekannten Panzersperre befindet sich hier auch der beliebte Aussichtspunkt über den Reschensee. Zurück nach Reschen führt der anspruchsvolle Bukertrail, der unten in den Etschtrail übergeht.

Theoretisch ist es möglich, alle Singletrails zu einer großen Tagestour mit zahlreichen Seilbahnfahrten zu verbinden. Den Startpunkt kann man hierfür beliebig auswählen. Zu empfehlen ist diese lange Endurotour allerdings nur konditionsstarken und fahrtechnisch versierten Mountainbikern. Etwas entspannter ist es alles in zwei oder drei Tagen abzufahren und an einigen der schönen Orte auch mal etwas länger zu verweilen. Mit Kindern ist es sinnvoll sich pro Tag auf eine, maximal zwei Bahnen zu konzentrieren und die Abfahrten jeweils mehrmals hintereinander zu machen.

Kombiniert man die Seilbahnen noch mit aus eigener Kraft bewältigten Höhenmetern kann man die Anzahl der Singletrails noch erheblich erweitern und in der Region schöne Touren fahren.

Von Fahrverboten sind nur wenige parallel zu den Bikestrecken verlaufende Wanderwege, die exklusiv den Fußgängern vorbehalten sind. Dies ist zu verkraften, zumal auf den ausgewiesenen Mountainbikestrecken auch nicht gelaufen werden darf.

Ausblick: Die Region um den Reschensee bietet jede Menge Potential. Die Hänge rund um die Seilbahnen erlauben durchaus noch einige Erweiterungen und Ergänzungen. Einige Trails sind wie bereits angesprochen dringend sanierungsbedürftig.

Fazit: eine schöne und abwechslungsreiche Mountainbikedestination. Man fühlt sich spontan wohl und herzlich willkommen. Die Infrastruktur ist vorbildlich und das Angebot wird dem Anspruch Enduro wirklich gerecht.

Wir sind in der modernen Residece Lex in Reschen abgestiegen. Hier gibt es sehr komfortable Apartments mit gehobener Ausstattung.

 

Links: 

3-Länder Enduro Trails

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