Crashsensor

Früh morgens im Wald wäre es fasst passiert. Auf dem Weg ins Büro bin ich in der Regel alleine mit dem Mountainbike unterwegs. Klar ist man aufmerksam und achtet darauf, das dabei nichts passiert. Aber wer hat sich nicht schon mal dabei ertappt, dass er mit den Gedanken nicht ganz bei der Sache ist?

alleine auf dem Singletrail

Den langen Schotterweg fahre ich jeden Morgen, denke schon mal an die Aufgaben im Büro, an das wichtige Meeting am Nachmittag. Es hat seit Tagen nicht geregnet, der Weg ist trocken und in der Kurve passiert es: Das Vorderrad rutscht weg. Ich verliere die Kontrolle, mach eine Ausgleichsbewegung, schleudere und komme gerade noch zum stehen. Puh, nochmal Glück gehabt. Ich halte erstmal inne. Ruhe, nur die Vögel zwitschern. Ich höre meinen eigenen Herzschlag. Die Nacht war sternenklar, es ist kalt. Es dämmert bereits, aber hier im Tal werden die wärmenden Sonnenstrahlen erst in ein oder zwei Stunden ankommen. Und überhaupt, es ist ziemlich einsam hier. Keine Ahnung ob auf diesem Weg heute Vormittag jemand vorbeikommen würde? Es ist nichts passiert, aber die Situation regt mich zum Denken an.

Ich fange an zu recherchieren. Apps auf dem Smartphone habe ich mir schon einmal angesehen. Damit kann man zumindest seine aktuelle Position mitteilen, was allerdings fehlt ist eine selbstständige Sturzerkennung. Hier soll der am Helm angebrachte Crashsensor TOCSEN helfen. Ich bin gespannt.

Schnell ist der Sensor bestellt und kommt ein paar Tage später mit der Post. Ich habe die App bereits auf dem Handy installiert, da meine Partnerin bereits vor Verkaufsstart bei der Croudfounding Aktion eine TOCSEN bestellt hat. Sie trägt das kleine schwarze Teil bereits seit ein paar Wochen am Helm. Die Installation ist einfach und unkompliziert. Einfach den Helm putzen, Deckfolie vom Klebepad abziehen und ankleben. Dann die App öffnen, Bluetooth aktivieren, den Sensor durch Schüttelen aktivieren und mit dem Smartphone verbinden. Dann muss man noch seine Notfallkontakte eintragen. Dies sind andere Nutzer von TOCSEN oder einfach Personen, die sich die kostenlose App auf dem Smartphone installiert haben. So können auch Familienmitglieder, Freunde oder Kollegen im Notfall verständigt werden.

Wie funktioniert TOCSEN? Wenn man stürzt registriert der Sensor am Helm die dabei entstehenden Beschleunigungen. Dabei ist dieser so kalibriert, dass normale Erschütterungen wie sie beim Sport entstehen nicht zu Fehlalarmen führen. Im Falle einer Auslösung wird per Bluetooth ein Signal an das Smartphone gesendet. Dann hat man noch 45 Sekunden Zeit die Alarmierung der Notfallkontakte abzubrechen oder manuell einen Notruf an die 112 abzusenden. Bei der Alarmierung wird der Standort des Verunfallten übermittelt. Zudem werden alle TOCSEN Nutzer, die sich zufällig in der Nähe befinden ebenfalls benachrichtigt, so dass diese Erste Hilfe leisten können.

TOCSEN am Helm

Soweit so gut, jetzt muss man nur noch vor der Start der Tour die App öffnen und meine Kontaktperson ebenfalls. Bedeutet also, dass man sich erst einmal absprechen muss. Kann so sicher nicht jeder organisieren ist aber durchaus praktikabel. So war das am Anfang. Inzwischen ist die Software aktualisiert worden. Notfallkontakte werden im Falle eines Sturzes informiert, unabhängig davon, ob sie auf ihrem Smartphone die App geöffnet haben oder nicht. Zudem reicht es neuerdings die App zu öffnen. Das Schütteln und Aktivieren ist nur bei der Erstinstallation erforderlich. Bei eingeschalteter Bluetooth Funktion verbindet sich der Sensor nun automatisch mit der App.

Ich kann mir gut vorstellen das Aktivieren von TOCSEN in meinen alltäglichen Ablauf zu integrieren. Helm aufsetzen, Strava einschalten, TOCSEN aktivieren, Handschuhe anziehen, Brille aufsetzen und los geht´s.

Ich packe also den Sensor aus, befestige ihn am Helm. Nach der Registrierung bei TOCSEN kann ich ihn via Bluetooth schnell und problemlos verbinden. Dann gebe ich noch schnell meine Notfallkontakte an und es kann losgehen. Meinen Versuch manuell einen Alarm auszulösen scheitert daran, dass ich meinen Helm nicht beschädigen möchte. Starkes Schütteln reicht jedenfalls nicht aus. Ich bin beruhigt, so wird es im normalen Alltag auf dem Mountainbike auf ruppigen Abfahrten und bei Sprüngen jedenfalls nicht zu einem Fehlalarm kommen.

Der TOCSEN Sensor

Was finde ich nicht so toll? Wie bei allen Anwendungen des Smartphones bei Aktivitäten sind Akkulaufzeit, Datenverbindung und Stromverbrauch der ganzen Apps der limitierende Faktor. Zudem spielt das Wetter und die Temperatur eine nicht zu unterschätzende Rolle bei allen Anwendungen. Bei Kälte und Nässe ist die Verwendbarkeit des Smartphones oft nur eingeschränkt möglich. Nutzt man das Gerät zudem unterwegs intensiv für viele Anwendungen wie whattsapp, als Fotoapparat, für Facebook und Instagram und trackt seine Touren zudem noch per Strava können weitere Applikationen unter Umständen nicht stabil laufen bzw. die einzelnen Apps beeinflussen sich gegenseitig. Hier muss der Anwender selbst entscheiden, welche Funktionen und Apps er unbedingt braucht und auf was man unterwegs auch mal verzichten kann.

Die TOCSEN App auf dem Smartphone

Fazit: Mir gefallen die Idee und die technische Lösung von TOCSEN sehr gut. Für Leute, die sehr regelmäßig alleine unterwegs sind und dabei oft auf Wegen fahren, wo selten jemand vorbei kommt kann TOCSEN im Falle eines Sturzes wirklich einen Retter in der Not darstellen. Der Preis ist fair und für ein funktionierendes Produkt Made in Germany auch angemessen.

Info&Preis:

Farbe: Schwarz oder Pink

Präzisions Sturzsensor

Made in Germany

BLUETOOTH® Low Energy

Aufladbar 3 Monate Akku

App kostenlos

79,90 € inkl. Versandkosten

Links:

Webseite TOCSEN

TOCSEN Bei Facebook

Testbericht bei GPS Radler

Bericht bei MTB-News zum TOCSEN Sturzsensor

Bericht über TOCSEN im FahrradMagazin

Video der Pro7 Sendung das Ding des Jahres

Mein Artikel über Rettungs-Apps

Transparenzhinweis:
Das Testgerät wurde mir kostenlos und ohne Auflagen vom Hersteller zur Verfügung gestellt.