Nevesjoch

Der nächste Morgen begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und einer anspruchsvollen Felsabfahrt, die es wirklich in sich hat. Die Freude an dieser Abfahrt ist bei uns beiden leider nicht gleich ausgeprägt. Während ich zwischen Treppen, Stufen, Absätzen und einigen kniffeligen Felspassagen zu Hochform aufblühe, müht sich Kerstin hier meist zu Fuß ab. Wir genießen den Morgen trotzdem gemeinsam, machen Fotos und am Wegesrand entstehen nach und nach immer mehr Steinmänner…

Gegen Ende wird der Trail zum Nevesstausee etwas einfacher und wir können gemeinsam hinab rollen. Nach einer kurzen Rast am See beginnt die Auffahrt zum Nevesjoch. Der Weg ist zunächst geschottert und gut ausgebaut, jedoch stellenweise zu steil zum Fahren. Später geht der Weg in einen schmäleren Trail über, der aber aufgrund der geringeren Steigung ab jetzt fast durchgehend fahrbar ist. Erst die letzten Meter hinauf zur Chemnitzer Hütte müssen wir nochmals kurz schieben.

Jetzt haben wir uns erst einmal eine Stärkung verdient und genießen in der Hütte den leckeren Kaiserschmarren. Draußen sind inzwischen ein paar Wolken aufgezogen und es weht ein kalter Wind. Da der Weg über das Nevesjoch auf der Kompasskarte beidseitig als Mountainbikestrecke eingezeichnet ist, erwarten wir auch bei der Abfahrt ins Weißenbachtal einen ähnlich einfachen Trail wie bei der Auffahrt. Soviel zur Erwartungshaltung. Die Realität entpuppt sich als Felsstufen- und Treppenmonster allererster Güte. Während mir so etwas als Bikebergsteiger und eingefleischtem Stolperbiker sehr viel Spaß bereitet, habe ich gegenüber Kerstin nun wirklich ein schlechtes Gewissen. Einmal am Tag wo runter schieben ist ja noch OK, aber zweimal wollte ich ihr das eigentlich nicht zumuten.

Wir nehmens wie es ist. Beißen uns gemeinsam durch und ich komme in den Genuss einige ganz schwere Passagen gleich zweimal fahren zu dürfen. Irgendwann endet das Gestolpere und wir erreichen einen breiten Schotterweg. Normalerweise führt so etwas für mich zu Frust, aber heute bin ich zugegebenermaßen einigermaßen erleichtert, dass wir ab hier gemütlich ins Tal rollen können…mal abgesehen von den schmalen Steigen, die ich ab und zu in den Serpentinen entdecke und mir zusätzlichen Spaß bereiten…

Schließlich erreichen wir das Weißenbachtal. Ursprünglich wollten wir hier nochmal einige Höhenmeter in Richtung Speikboden hinauf kurbeln. Irgendwie fehlt dazu jetzt aber die Motivation und wir rollen stattdessen auf dem Radweg hinab nach Luttach. Ziemlich sinnlose 400 Höhenmeter werden auf Asphalt vernichtet. Schade drum, egal so kommen wir unserm Tagesziel dem gemütlichen Hotel Innerhofer in Gais wenigsten etwas schneller entgegen. Über Sand in Taufers, Mühlen und Uttenheim sind nur noch ein paar Kilometer auf dem gut ausgebauten Radweg zu absolvieren, bevor wir uns dem gemütlichen Teil des Abends widmen.
Die verschwitzten und dreckigen Radklamotten wandern in die Waschmaschine und wir in die Sauna. Danach genießen wir das vorzügliche Abendessen im Hotel von Agnes und Edith.

Weiter zu Tag 5

Übernachtung:

Hotel Innerhofer
Lützelbucher Strasse 6I

39030 Gais (BZ)Südtirol/Italien

Tel. (+39) 0474 504377

Mail: info@hotel-innerhofer.com

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