Walenpfad

Das Gebimmel der Kuhglocken weckt uns früh. Frühstück um 8.00 Uhr ist reichlich spät, aber egal.

Gleich hinter dem Haus beginnt ein Wanderweg hinab nach Engelberg. Nach wenigen Metern zweigt eine MTB Strecke mit schönen Trailpassagen, Northshore Elementen und fetten Drops ab. Nicht ganz unser Metier, aber wir nehmen mit was vertretbar erscheint. In Engelberg steuern wir die Seilbahn an und ersparten uns somit die ersten 600 Höhenmeter Anstieg. Den richtigen Abzweig auf den Fahrweg zur Brunnihütte verpassen wir dafür gleich mal. Statt dessen schieben wir einen Trail bergauf und passieren die Hütte unterhalb.

achdem wir knapp 20 Minuten auf einem Wanderweg bergauf geschoben haben erreichen wir den Aussichtspunkt Rosenbold. Hier wäre auch der Weg von der Brunnihütte her gekommen. Wir fahren auf einem Trail entlang der Felswand und später dann durch dne Bergwald ab und erreichen kurz darauf einen Schotterweg. Dieser führt noch ein kurzes Stück bergauf bis zu einer Alm. Ab hier sind nochmals 150 Höhenmeter schiebend und tragend zu überwinden, bis wir den Einstieg zum Walenpfad erreichen. Ein großes Kreuz auf einer bunten Almwiese markiert diesen Punkt. Unter uns gähnt der Abgrund und gerade aus beginnt der schmale Trail hoch über dem Tal.

Nach einer kurzen Rast beginnt die Abfahrt. Der Weg ist zunächst nicht schwer zu fahren, einzig der Zaun auf Höhe der Lenkers verdient einiges an Aufmerksamkeit. Es folgen ein paar Spitzkehren, die recht ausgesetzt im steilen Hang platziert sind. Nach kurzer Zeit erreicht man eine Delle im Gelände, an deren Ende wir die Bikes nochmals ein paar Meter bergauf schieben müssen. Die Zahl der Fußgänger hält sich heute morgen an einem Wochentag in Grenzen. Wir nehmen Rücksicht, halten an und ein netter Herr hält uns sogar freundlich lachend ein Viehgatter auf. An Wochenenden mit wesentlich mehr Besucherverkehr ist dieser Weg zum Biken sicherlich ungeeignet.

Der Weg folgt nun einem schmalen Grat bergauf, der Zaun begrenzt den Walenpfad nun auf beiden Seiten. Dann verlassen wir das ausgesetzte Gelände, fahren runter zu einer Alm. Hier gibt es erst einmal kühles Brunnenwasser für die Trinkflasche. Noch ein paar Meter Trail, dann befinden wir uns oberhalb des Bannalpsees. Dort hinab führt ein sagenhafter Spitzkehrentrail. Diesen können wir unmöglich links liegen lassen, obwohl unsere eigentliche Route gerade aus direkt zur Urner Stube führen würde. Wir nehmen die 150 Meter Gegenanstieg gerne in Kauf und stürzen uns in den steilen Bergpfad mit seinen technisch anspruchsvollen Spitzkehren auf felsigem Grund. Ein echter Leckerbissen.

Volltreffer. Spitzkehern, so wie man sich das wünscht. Keine runden Flowkurven wie gestern Abend im Bikepark, sondern echte alpine Trails. Klasse. Wir fahren über die Staumauer und dann am gegenüber liegenden Ufer bergauf. Der Weg ist betoniert bis zur Urner Stube. Diese ist auch betoniert. Hat was von Bunker, nicht sehr einladend. Daher fahren wir weiter, erklimmen die letzten Höhenmeter und fahren dann auf einem anspruchsvollen Singletrail im Wald ab. Der Weg ist einigermaßen trocken, die Sonne steht noch nicht voll im Hang und es sind keine Leute auf dem Trail. Einige Gegenanstiege, stark verblockte Stellen oder extrem steile Wurzelpassagen zwingen uns ein paar mal aus dem Sattel. An der nächsten Alm rasten wir erst einmal und gönnen uns ein kühles Getränk. Dann wird gleich der köstliche Käse der Alm verkostet und ein großes Stück kommt als Reserve für den restlichen tag in den Rucksack.

Jetzt gehts endlich abwärts. Ein schöner Trail führt über Wiesen und durch den Wald nach Fellboden. Echt klasse und durchweg gut fahrbar. Großes Lob an die RIDE für diese Tour. Das ist wirklich Mountainbiken und keine Märchenstunde auf dem Forstweg. Weniger Meter noch auf der Straße, dann zweigt wiederum ein Trail nach Wolfenschiessen am. Ein alter Almweg, etwas zugewachsen, stellenweise etwas rutschig aber ein echt feiner Abschluss für unseren kleinen Schweizcross.

Wir sollen noch auf dem Radweg nach Stans. Danach gehts mit der Schweizer Bahn über Luzern nach Zürich. Dort nutzen wir die Wartezeit am heißesten Sommertag des Jahres 2012 für ein ausgiebiges Bad im Zürichsee. Weiter bringt uns der Intercity nach Stuttgart und dann die Deutsche Bundesbahn in die Heimat nach Aalen. In der Nacht gibt´s ein heftiges Gewitter, in der Zentralschweiz Unwetter…und wir haben die Schönwetterperiode der letzten 8 Tage bestens genutzt.

 

 

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